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Do, 27. Oktober 2005, 23:44

Unternehmen

Freie Konkurrenz für Googles Buch-Projekt

Das Internet-Archiv will zusammen mit Partnern dem höchst umstrittenen Buch-Projekt von Google Konkurrenz machen.

Eines der jüngsten Google-Projekte besteht darin, alle existierenden Bücher zu digitalisieren und in den Suchindex aufzunehmen. So soll es möglich werden, nach Stichwörtern in jedem erfaßten buch zu suchen. Um das Copyright zu wahren, können Besucher bei ihrer Suche niemals mehr als einen kurzen Auschnitt des Buchs sehen. Google betrachtet dies als rechtmäßige Verwendung der Materialien. Viele Autoren und Rechteinhaber weltweit haben jedoch angekündigt, dagegen vorzugehen, da sie ihre Rechte verletzt sehen. Eine Argumentation ist dabei, daß Google sämtliche Bücher scannen läßt und damit eine unrechtmäßige Kopie anlegt. Die Tatsache, daß diese Kopie nicht veröffentlicht wird, soll dabei keine Rolle spielen.

Zudem hat das Internet-Archiv eine eigene Initiative angekündigt, Bücher zu scannen und zugänglich zu machen. Es stellte dazu die Initiative Offene Bibliothek vor. Die Unterstützer dieser Initiative bilden die Open Content Alliance. Neben Bibliotheken und Universitäten findet man überraschenderweise auch MSN, Yahoo, Adobe und HP Labs unter den Unterstützern.

Die Mitglieder der Allianz sind gegenüber Googles Anstrengungen kritisch eingestellt. Sie bezeichnen eine offene Bibliothek als extrem wichtig für Bildung und Ausbildung und wollen nicht, daß diese in private Hände fällt. Letztlich will die Initiative alle Bücher der Welt digitalisieren und allgemein zugänglich machen, ein Projekt von ernormer Tragweite. Für die Veröffentlichung kommen nur Bücher in Frage, deren Copyright abgelaufen ist oder deren Lizenz die Freigabe gestattet. Zum Speichern der Bücher werden Petabyte-Kapazitäten benötigt, wenn ihre Zahl einmal den Millionenbereich erreicht. Momentan ist man noch weit davon entfernt.

Die Webseite Open Library startete mit lediglich 15 Büchern, die das Konzept demonstrieren sollen. Bis zum Ende des nächsten Jahres werden es vielleicht 150.000 sein durch eine Spende von 5 Mio. US-Dollar von MSN. Zum Scannen der Bücher werden selbst entwickelte Scan-Maschinen eingesetzt, die aus einem PC, zwei Canon-Kameras, einer Halterung für die Bücher und der freien Software »Scribe« bestehen, die eigens für diesen Zweck entwickelt wurde. Zusammen mit einem Tisch und einem Stuhl werden diese Maschinen mit Vorhängen und Wänden abgedunkelt, so daß sie dem Aussehen von Paßfoto-Automaten ähneln. Von diesen Maschinen hat das Internet-Archiv nun zehn, zehn weitere sollen nächstes Jahr folgen. Zwei 300 Seiten starke Bücher können in einer Stunde gescannt werden, die Gesamtkosten liegen bei etwa 10 Cent pro Seite, Arbeitszeit und Speicherplatz eingerechnet.

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Kommentare (Insgesamt: 27 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Tippfehler (NikN, Mo, 31. Oktober 2005)
Re[7]: Tippfehler (Cemoi, So, 30. Oktober 2005)
Re[6]: Tippfehler (2old4these, Sa, 29. Oktober 2005)
Re: Kennt jemand einen Link zu Bildern von so eine (Philipp, Sa, 29. Oktober 2005)
Re: Freie Konkurrenz für Googles Buch-Projekt (Mike2, Fr, 28. Oktober 2005)
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