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Sa, 29. Oktober 2005, 12:06

Software::Desktop::Gnome

Vorstand der GNOME Foundation soll kleiner werden

Das GNOME Foundation-Vorstandsmitglied David Neary hat ein Referendum initiiert, dass die Größe des Vorstands von 11 auf 7 Mitglieder reduzieren soll.
Von ThomasS

In einer Mail an die Mailingliste der GNOME Foundation hatte Neary ein Referendum gefordert, für dessen Durchführung er mindestens 30 Unterzeichner benötigte. Er machte darin deutlich, dass der gegenwärtige Vorstand sich weigerte, über die Frage einer Reduzierung der derzeitigen Zahl der Vorstandsmitglieder abzustimmen. Allerdings zeigte sich das Gremium durchaus bereit, eine derartige Entscheidung zu akzeptieren, wenn sich das Referendum in einer Grundabstimmung aller Foundation-Mitglieder als mehrheitsfähig erweist. Den wichtigsten Grund für die Petition zur Reduzierung der Anzahl der Vorstandsmitglieder sieht Neary darin, dass der Umfang des Vorstands viele dringende Initiativen der Foundation ersticken würde: "Jedes noch so unscheinbare Thema, das auch nur ein bisschen strittig ist, hat gleich eine Opposition bei 11 ständigen Mitgliedern. Dies ist unvermeidlich! Und wenn es dann Opposition gibt, dann werden viele Stimmen laut. Wenn sich aber viele Stimmen erheben, dann gibt es keine Lösung." Grundsätzlich sollten natürlich die Themen auch weiterhin kontrovers diskutiert werden, allerdings will Neary auf keinen Fall mehr die üblichen Verzögerungen durch anhaltende Streitigkeiten hinnehmen.

Diese Ansicht ist keineswegs unwidersprochen geblieben innerhalb der GNOME Foundation. Jeff Waugh, ebenfalls Vorstandsmitglied, stimmt der Beobachtung von Neary grundsätzlich zu und bemängelt auch die durchaus vorhandenen Probleme. Allerdings ortet er die Schwierigkeiten, die häufig zu den kritisierten Verzögerungen führen, eher in der Abstimmung der Termine für gemeinsame Sitzungen: "Das Hauptproblem, das ich sehe, mit einem großen Vorstand ist, dass es sehr beschwerlich ist, gemeinsame Termine zu finden, die von allen eingehalten werden." Grundsätzlich sieht Waugh aber keine Schwierigkeiten, die die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit des Gremiums unmöglich machen. Zwar habe er das Referendum schon vor einiger Zeit mit auf den Weg gebracht, allerdings würde er die Position Nearys nicht direkt unterstützen.

Tim Ney, der den Vorsitz bei Vorstandssitzungen führt, will die geplante Reduzierung der Mitgliederzahl im Vorstand ebenfalls nicht hinnehmen: "Es gibt andere Mittel, um die Zeit der Vorstandsitzungen besser zu nutzen, ohne die Anzahl der Stimmen zu verringern." Im Einklang mit Waugh gibt Ney zu bedenken, dass eine Reduktion der Größe des Vorstands zunehmende Ungleichgewichte in der Zusammensetzung des Vorstands zur Folge hätten. Schon jetzt gäbe es kritische Kommentare von Mitgliedern der GNOME Foundation aus Südamerika, die sich nicht ausreichend innerhalb des Vorstands repräsentiert sehen. Die geplante Reduzierung verstößt nach Auffassung von Vorstandsmitglied Luis Villa eindeutig gegen die Statuten der GNOME Foundation und würde den Kampf der Kandidaten um die verbleibenden Plätze zusätzlich anheizen. Zur Lösung der derzeitigen Probleme wird von Waugh und anderen eher ein Vorschlag favorisiert, der die Etablierung eines kleinen vier Mitglieder umfassenden Ausschusses, bestehend aus einem gewählten Präsidenten, seinem Stellvertreter, einem Sekretär und einem Schatzmeister vorsieht, um die Belange der Foundation aktiver anzugehen. Damit ließe sich auch das Problem einer fehlenden verbindlichen Verteilung von Aufgaben innerhalb des Gremiums lösen.

Die GNOME Foundation ist unter anderem für die Koordination bei der Freigabe neuer Versionen des GNOME-Desktops zuständig, entscheidet über die Mitgliedschaft von Projekten und vertritt das GNOME-Projekt in allen Belangen gegenüber Unternehmen und nicht-kommerziellen Organisationen. Das geplante Referendum wird für Mitglieder der GNOME Foundation bis zum 4. November laufen, die Ergebnisse sollen am 5. November bekannt gegeben werden. Die eigentlichen Wahlen für einen neuen Vorstand der GNOME Foundation sind für Ende November vorgesehen.

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