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Mo, 31. Oktober 2005, 22:33

Software::Kernel

Xen auf dem Weg in den Linuxkernel

Nach ersten erfolglosen Versuchen ist Xen nun fit für die Integration in den Linuxkernel, Red Hat und Entwickler anderer Unternehmen wollen das Vorhaben mit Nachdruck umsetzen.
Von ThomasS

Brian Stevens, kürzlich neu ernannter Chefingenieur bei Red Hat, meint im Rückblick, dass die bisherigen Bemühungen, den Paravirtualisierer Xen in den Kernel zu integrieren, daran scheiterten, dass niemand sich für die praktische Umsetzung verantwortlich fühlte. Dies soll nun anders werden. Eine große Gruppe hat sich zusammengefunden, um die Integration möglichst schnell abzuschließen. Steven versicherte, dass dies kein langfristiges Projekt sei, das allzu viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Federführend werden sich unter anderen Entwickler von Red Hat, Intel, IBM, HP, SUN und Novell SUSE beteiligen. Sie sind einem Appell von XenSource Inc. gefolgt und wollen mit geballter Expertise die Integration von Xen voranbringen und ausgiebig testen.

Vereinzelte Überlegungen zur Integration von Xen in den Linuxkernel waren schon seit einiger Zeit im Gespräch, dennoch gab es einige Zweifel und auch Wünsche von Kernelmaintainer Andrew Morton zu einer Überarbeitung des Xen-Codes vor seiner Integration in den Kernel. Mittlerweile steht Xen kurz vor dem Release von Version 3.0, das eigentlich schon für den Sommer 2005 vorgesehen war. Der neue Termin ist aktuell für kommenden Dezember festgesetzt. Ein Grund für die Verzögerung. sagt Xen-Projektleiter Ian Pratt, ist eine nicht enden wollende Nachfrage nach neuen und das Hinzufügen weiterer Features in den Quellcode von Xen. Daher war es bislang auch ohne ein formelles Freeze nicht möglich, sinnvolle Patches zur Integration von Xen in den Kernel zu liefern. So fanden wichtige Technologien wie z.B. PAE (Physical Address Extension) erst recht spät ihren Weg in den Entwicklungszyklus.

Alle Akteure der aktuellen Initiative sind sich einig, dass Xen jetzt möglichst schnell in den Kernel integriert werden sollte und Virtualisierung ein fester Bestandteil von Linux werden muss. Selbst Computer Associates International Vize Sam Greenblatt, der zu Beginn diesen Jahres die Dringlichkeit der Integration in Linux wegen grundlegender Zweifel an dem Virtualisierungskonzept von Xen im Gespräch mit EWeek verneinte, scheint sich angesichts der rasanten Entwicklung der letzten Monate anders besonnen zu haben. Er ist nun überzeugt, dass die Integration aus technischer Sicht einwandfrei verlaufen wird.

Die Vorteile des Projekts liegen nach Brian Stevens auf der Hand. Je nach temporärer Verfügbarkeit von Ressourcen lassen sich nun Workloads nach Bedarf migrieren oder aussetzen und erhöhen daher die Nutzbarkeit von Rechnern. Während bislang oft ein großer Teil der Rechnerleistung durch ressourcenhungrige Applikationen verschlungen werden konnte, lassen sich mit einer neuen Art des Management durch integrierte Virtualisierung verschiedene Aspekte der Ressourcenverteilung vom Nutzer gezielter kontrollieren. Alle Nutzer, die die Virtualisierung im Linuxkernel nicht brauchen, können die neuen Fähigkeiten des Kernels auch abschalten. Pratt ist allerdings überzeugt: "Das wird den großen Herstellern helfen eine Menge Geld einzusparen."

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