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Mi, 16. November 2005, 12:34

Software::Web

Patent-Commons-Website des OSDL gestartet

Unbeirrt von aller Kritik hat das OSDL seine Ankündigung wahr gemacht und die Webseite Patent-Commons ins Leben gerufen, die zur Zeit eine Datenbank von etwa 500 Patenten umfasst.
Von ThomasS

In einem Statement von OSDL-Geschäftsführer Stuart Cohen heißt es zur neuen Webseite: "Entwickler können nun frei von rechtlichen Risiken entwickeln." Nach seiner Auffassung wird der neue Pool von Patenten und technischen Standards auch den Entwicklern ein besseres Verständnis der mit "geistigen Eigentumsrechten" verbundenen Verpflichtungen fördern.

In der neuen Datenbank befinden sich augenblicklich 500 Patente und Spezifikationen für technische Standards, die von namhaften Firmen wie IBM,Computer Associates International (CA), Novell, Red Hat, Intel und Sun Microsystems beigesteuert wurden. Die Datenbank wird nach Auskunft von Cohen alle Patent-Beiträge von Firmen und Einzelpersonen katalogisieren, die auch weiterhin ihre Rechte an diesen Patenten behalten werden. Offenbar folgt das OSDL dem Diktum von HPs Martin Fink, der nicht die Patente als solches für schlecht hält, sondern diese allenfalls als Mittel zu durchaus guten Zwecken ansieht.

Schon vor einiger Zeit hatte FOSS-Aktivist Bruce Perens die sich abzeichnenden Tendenzen des Umgangs mit Patenten als "Spucken gegen den Wind" bezeichnet. Damals kritisierte er vor allem einen Hinweis von Linux-Vater Linus Torvalds, der eine vergleichbare Haltung wie das OSDL gegenüber Patenten zu vertreten scheint. Da der freigegebene Patent-Pool für OSS-Entwickler keine Patente der OSS-Gegner enthalte, sei die Freigabe der Patente eher von zweifelhaftem Nutzen. Im Gegensatz zu großen Firmen, die sich durch gegenseitige Lizenzierungen vor Klagen absichern könnten, würde diese Schutzwirkung für OSS-Programmierer nicht eintreten. Daher seien Pools dieser Art kaum von Bedeutung für die rechtliche Absicherung von OSS. Viel Kritik zu dem jetzt gestarteten Vorhaben kam auch aus Europa, wo nach einer ersten Niederlage der Patent-Befürworter die Gefahr durch Software-Patente keineswegs gebannt scheint.

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