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Di, 22. November 2005, 13:04

»Ein Warnschuss vor den Bug«

Greg Kroah-Hartman stellte auf der Linux Kernel Mailingsliste einen Patch zur Diskussion vor, der nur noch GPL-Treiber im Kernel ermöglicht.

Bereits in der Vergangenheit äußerte sich Linus Torvalds mehrmals kritisch über eine einheitliche API für Treiber. Darüber hinaus bekräftigte der Linux-Vater, dass es für ihn kein Problem darstelle, binäre Treiber einzusetzen, und er kein Gegner solcher Lösungen sei. Es mangele nur an der richtigen Implementierung im Kernel. Vor allem aber aus Sicht eines Entwicklers stellt sich die Implementierung unter Linux als sehr schwer dar.

Nun will der durch einen Zwist mit diversen Hardwareherstellern medienpräsente Greg Kroah-Hartman die Diskussion mit einem radikalen Schritt beenden. In einer Email an die Linux Kernel Mailingsliste (LKML) stellte der Entwickler einen Patch vor, der nur noch GPL-Treiber im Kernel zulassen würde. Kroah-Hartmans Änderung bewirkt, dass essentielle Symbole des Treibers wie die fast komplette PCI-Initialisierung nur noch an GPL-Treiber exportiert werden. Möglich macht es der Aufruf EXPORT_SYMBOL_GPL, der in der Vergangenheit auf Wunsch vieler Entwickler implementiert wurde, die es nicht wünschten, dass ihre Bibliotheken von proprietären Treibern genutzt werden.

In seinem Blog beschreibt der Entwickler erst die wahren Beweggründe für den Patch. Es handele sich laut Kroah-Hartman um einen »Warnschuss vor den Bug« der proprietären Treiber-Hersteller. Ein »fun patch« sei es, um zu zeigen, dass die Zeit der Hersteller bereits gezählt sei. Der Entwickler wolle mit seinem Patch den Produzenten ein Denkanstoß geben, dass jederzeit die Schnittstellen des Kernels geändert werden können und ihr Treiber dann wertlos sei. Ob solch eine Änderung allerdings nicht gerade die vielen Nutzer der proprietären Treiber, die in der Regel eine bessere Unterstützung der Hardwarefunktionen garantieren, treffen würde, lies der Entwickler unbeantwortet.

Der Kernel erlaubt im Moment das Laden binärer Treiber von Drittherstellern. Beim Einbinden von proprietären Treibern meldet der Kernel allerdings, dass der Treiber das System »verschmutzt« hat, und meldet »kernel tainted«. Problemloser gestaltet sich allerdings das Einbinden von binären Treibern für andere Architekturen wie Sparc oder PowerPC. Gibt der Hersteller keinen Treiber für die betreffende Architektur frei und weigert sich, wie es bei manch einem Grafikchiphersteller der Fall ist, die Spezifikation zu veröffentlichen, schauen die Nutzer im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre.

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