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Do, 1. Dezember 2005, 15:30

»EV50 Campaigner of the Year«-Auszeichnung abgelehnt

Florian Müller, bekannter Aktivist gegen die Einführung von Softwarepatenten in der EU, hat die Auszeichnung »EV50 Campaigner of the Year« abgelehnt.

Für einen kleinen Eklat sorgte Müller auf der Galaveranstaltung im Brüsseler Palais d'Egmont am Abend des 29. November, auf der die Preise der Publikation »European Voice« verliehen werden sollten. Müller wurde in der Kategorie »EU Campaigner of the Year« zum Sieger deklariert. Wie Müller schreibt, nahm er die Auszeichnung an, allerdings ohne sehr darüber erfreut zu sein. Denn offenbar hatte er sich Hoffnungen gemacht, in der allgemeinen Kategorie »European of the Year« zu gewinnen. Da die Regeln aber vorsahen, daß der Gewinner einer der Unterkategorien nicht gleichzeitig Gesamtgewinner sein konnte, war damit bereits klar, daß jemand anderes zum »European of the Year« gewählt worden war. Zu diesem Zeitpunkt erwog Müller nach eigenen Angaben bereits, den Preis abzulehnen, wartete jedoch noch ab, um nicht den Eindruck einer emotionalen Überreaktion zu geben.

Zum »European of the Year« wurde dann Jean-Claude Juncker, der Premierminister von Luxemburg, gewählt. Als im Anschluß daran ein Foto der Preisträger mit ihren Trophäen gemacht werden sollte, teilte Müller dem Veranstalter mit, daß er die Auszeichnung ablehne, und verließ die Veranstaltung. Es sei ihm nicht leicht gefallen, so Müller weiter, da sein Handeln möglicherweise Auswirkungen auf zukünftige Auszeichnungen und auf seine Beziehungen zu den Organisatoren und Sponsoren der Veranstaltung haben könnte, und daß auch diejenigen, die ihn gewählt hatten, enttäuscht sein könnten.

Die EV50-Preise werden von der European Voice, einer Publikation der britischen Economist-Gruppe, vergeben und offiziell vom belgischen Premierminister Guy Verhofstadt unterstützt. Die Sieger in den verschiedenen Kategorien wurden durch eine Abstimmung ermittelt, an der jeder online oder per Wahlzettel teilnehmen konnte. Neben Müller standen zahlreiche Prominente zur Wahl, darunter Bono Vox (U2), Bob Geldof, J.K. Rowling (Harry Potter), Gerhard Schröder und Angela Merkel.

Auf der gleichen Veranstaltung wurde auch Michel Rocard, der Berichterstatter des Europäischen Parlaments zur Softwarepatent-Richtlinie, der durch seine Arbeit einen bedeutenden Anteil an der Ablehnung der Richtlinie hatte, in der Kategorie »Europaparlamentarier des Jahres« ausgezeichnet. Er erwähnte in seiner Rede mehrfach, daß Microsoft die Veranstaltung sponsere. An die Adresse von Microsoft, das einer der größten Unterstützer der Softwarepatent-Richtlinie ist, und EU-Kommissar Charlie McCreevy richtete er die Botschaft: »Sie werden sehen, daß wir recht hatten.«

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