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Do, 8. Dezember 2005, 17:54

Turbocash soll auf Linux portiert werden

Philip Copeman, Geschäftsführer der Firma hinter Turbocash, sucht Entwickler oder Partner für eine Portierung des Buchhaltungsprogramms auf Linux.

Turbocash ist nicht ein weiteres der vielen Finanz- und Buchhaltungsprogramme für Windows, sondern eines mit einer 20-jährigen Historie. Vor zwei Jahren wurde das Programm, das von Philip Copeman und seiner südafrikanischen Firma Pink Software entwickelt wurde, unter die GPL gestellt und komplett freigegeben. Turbocash war und ist wohl immer noch ein sehr erfolgreiches Programm, das Geld will Pink Software nun aber offenbar mit Service und dem Verkauf von Zubehör verdienen.

Philip Copeman äußerte sich anläßlich der Freigabe in harschen Worten zu dem Gebaren der Softwareindustrie. Die Firmen verschenkten ihre Software zunächst, um die Kunden an ihr jeweiliges Datenformat zu binden. Dann errichteten sie, bildlich gesprochen, Mautstellen auf den angelegten Software-Autobahnen und zogen die Preisschraube an. Die Kunden wurden als Geiseln genommen und mußten zahlen, um die Software weiter zu verwenden. Gleichzeitig bekämpften Firmen wie Microsoft die Konkurrenz, um alleine absahnen zu können.

Mit der Freigabe von Turbocash hätte prinzipiell sofort eine Portierung des Programms auf Linux beginnen können. Tatsächlich gab es solche Bestrebungen, doch es stellten sich Schwierigkeiten ein. Das Programm ist in Delphi geschrieben, und Borlands Delphi-Umsetzung für Linux, Kylix, war nach Angaben einiger Entwickler sehr fehlerhaft. Daß Borland Kylix fallenließ, machte eine Portierung auf Linux noch schwieriger, und es ist unwahrscheinlich, daß sie auf Basis von Kylix noch einmal aufgenommen wird.

Obwohl Copeman weiterhin auf Windows setzt, solange es für ihn und die Anwender funktioniert, will er nun endlich die Linux-Portierung. Dazu strebt er eine Kooperation mit anderen Firmen an, denn die Portierung wird nicht einfach - wenn sie einfach wäre, wäre sie bereits erledigt. Es ist eine weitgehende Neuentwicklung nötig, die FreePascal oder Python verwenden könnte und für Linux optimiert wäre, so wie Turbocash heute für Windows optimiert ist. Als Datenbank könnte Firebird oder MySQL zum Einsatz kommen. Ziel der Entwicklung soll es sein, eine Weltklasse-Anwendung zu schreiben, nicht irgendein Programm voller Kompromisse. Es sollte vollen Gebrauch von allen Linux-Features machen.

Laut Copeman gibt es noch keine ernsthafte Konkurrenz für Turbocash unter Linux. Es gebe Thin-Client-Anwendungen, doch die meisten Buchhalter wollen seiner Ansicht nach Fat Clients für die schnelle Dateneingabe. Turbocash eignet sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen, und noch verwenden die meisten Buchhalter (98% nach Copemans Schätzung) in diesem Bereich Windows. Doch die Nachfrage nach Linux scheint vorhanden zu sein, wie man nicht nur daran sieht, daß etliche Benutzer Turbocash unter Wine oder Crossover Office betreiben. Copeman schätzt, daß eine Million Anwender auf Linux wechseln würden, wenn Turbocash für Linux verfügbar würde.

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