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Mi, 21. Dezember 2005, 10:32

Software::Entwicklung

Ausblick auf Perl 6

In einem Interview mit dem britischen Linuxformat hat Larry Wall einen Ausblick auf das kommende Perl 6 gewährt.
Von ThomasS

Alles in allem, so Larry Wall, der Schöpfer der Skriptsprache Perl, hat sich die derzeitige Version 5 gut entwickelt und weist mit der aktuellen Version 5.8.7 eine beachtliche Stabilität auf. Dennoch stießen Larry Wall und beteiligte Entwickler schnell an die syntaktischen und semantischen Grenzen bei der Weiterentwicklung von Perl 5. Obwohl Perl eigentlich eine, gewissermaßen eingebaute, Flexibilität z.B. durch den Gebrauch von Sigils ($, @, %) vor Variablennamen hat, so Wall, waren Änderungen in Perl 5 nur noch als kleinere Modifikationen an den Interna möglich, ohne die Stabilität der Programmiersprache insgesamt zu gefährden. Nach Einschätzung von Wall ist man in Perl 5 an die Grenzen der Veränderlichkeit grundlegender Sprachelementen von Perl gestoßen.

Perl 6 soll die aktuellen Begrenzungen der Programmiersprache sprengen, ausgehend von den Erfahrungen mit Perl 4 und 5 soll die Programmiersprache flexibler in Syntax und Semantik nach Vorstellungen des Programmierers modifizierbar werden. Letztlich, so Wall, soll der Perl-Programmierer die vollständige Kontrolle über die Feinheiten der Syntax, d.h. individuelle Sprachregeln und Unterregeln, bekommen. Im Sinne einer Verkapselung soll es Perl-Programmierern mit Perl 6 möglich sein, Teile der Grammatik selektiv zu ändern, ohne dass dies störende Auswirkungen auf andere Elemente der Sprache hat. Damit soll eine grammatikalische Wandelbarkeit mit Perl 6 in die Programmiersprache Einzug halten, die dem Programmierer das Experimentieren mit unterschiedlichen syntaktischen Entwürfen und verschiedenen Arten ihrer Verknüpfung mit der Perl-Semantik zulassen werden. In diesem Aspekt sieht der Perl-Schöpfer offensichtlich auch das Potential für die zukünftige Weiterentwicklung der Programmiersprache: "Schließlich werden wir dadurch einen wunderbaren darwinistischen Gen-Pool bekommen, der Gewinner und Verlierer gleichermaßen registriert und damit zur Evolution von Perl 6 beitragen wird."

Ein weiteres Element des neuen "evolutionären Designs" stellt die minutiöse Kontrolle der Schnittstellen-Versionen von Perl-Modulen dar. Künftig sollen unterschiedliche Modul-Versionen ihre Abhängigkeiten zu anderen Modulen von Version zu Version nach Bedarf umdefinieren können. Möglich soll auch die Situation werden, dass zwei Module ein anderes Modul in verschiedenen Versionen zur gleichen Zeit ohne Probleme benutzen können. Damit einhergehend werden Module in Perl 6 auch die Möglichkeit erhalten, ihre eigene Schnittstelle automatisch jeweils spezifischen Situationen anzupassen: "Auf diese Weise ermöglichen wir Modulen, ihr Interface und die spezielle Semantik über die Zeit zu verändern. Gleichzeitig erhalten wir aber die Möglichkeit, neu definierte Semantiken zu identifizieren und festzuschreiben, um die Sicherheit für den Einsatz in Unternehmen in berechenbarer Weise zu wahren."

Perl ist einer der beliebtesten Skriptsprachen, die sich im Laufe ihrer Entwicklung von 1987 bis heute dynamisch von einem Werkzeug zur Bearbeitung von Textdateien oder Logdateien zu einer Allzweck-Sprache für unterschiedlichste Einsatzzwecke wie Systemadministration oder Webprogrammierung entwickelt hat. Die Abkürzung Perl steht für "Practical Extraction and Report Language", von Spöttern auch als "Pathologically Eclectic Rubbish Lister" bezeichnet, da die Sprache sich in ihrem Grundaufbau aus den unterschiedlichsten Quellen bedient.

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