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Mi, 21. Dezember 2005, 19:43

Software::Entwicklung

git 1.0.0 freigegeben

Das von Linus Torvalds im April 2005 initiierte Programm »git« zur Verwaltung von Programmquellcodes hat Version 1.0.0 erreicht

Version 1.0.0 klingt nach einem Meilenstein, ist aber keiner, so Junio C.

Hamano, der seit Juli die weitere Entwicklung der Software übernommen hat. Da die verschiedenen früheren Versionen von git schon seit Monaten produktiv in der Kernel-Entwicklung eingesetzt werden, kann man git schon lange als stabil bezeichnen. Gegenüber der letzten Version 1.0rc hat das Paket nur wenige kleine Änderungen aufzuweisen, die hauptsächlich in Aktualisierungen der Dokumentation, Verbesserungen bei Clone- und Fetch-Operationen und Korrekturen bestehen. Es kann von http://www.kernel.org/pub/software/scm/git/ heruntergeladen werden.

Seit Juli schon ist die gesamte Versions-Historie des Linux-Kernels 2.6 als git-Archiv verfügbar. Allerdings ist es getrennt von dem Archiv der aktuellen Kernel-Entwicklung (linux/kernel/git/torvalds/linux-2.6.git). Inzwischen sind nahezu alle kernelnahen Entwicklungen in git gespeichert. Eine Liste aller git-Archive findet man unter http://www.kernel.org/git/. Die Größe eines git-Archivs ist dank eines speziellen »pack«-Formats nur etwa das 3-4fache eines Quellcode-Archivs. In Anbetracht der zahllosen Änderungen, die Software in der Entwicklung normalerweise erfährt, ist das ein erstaunliches Ergebnis. Frühere Versionen von git hätten sehr viel mehr Platz dafür in Anspruch genommen. Das komprimierte Format geht natürlich etwas auf Kosten der Performance, die aber dennoch sehr gut ist.

Als Bitkeeper die Lizenz seines Produktes änderte, ging eine Ära zu Ende: Erstmals hatte Linus Torvalds ein Versionsverwaltungssystem im Einsatz, nach seinen Angaben das erste System dieser Art, das seinen Vorstellungen von den Arbeitsabläufen während der Entwicklung des Linux-Kernels nahe kam. Mit Bitkeeper war Torvalds in der Lage, mehr Patches wesentlich schneller zu integrieren.

Anstatt auf eine vorhandene freie Alternative zu Bitkeeper umzustellen, ging Torvalds nach kurzer Evaluierung daran, ein eigenes System zu entwickeln. Bereits nach zwei Tagen lag eine erste Version vor. Das neue Tool namens git ist nicht einmal ein Versionsverwaltungs-System, sondern eine Ablage für Objekte (Dateien), die anhand ihres Inhalts adressiert werden. Es ist aber möglich, auf diesem System ein Versionsverwaltungs-System zu errichten, eine Aufgabe, die mit Cogito innerhalb kürzester Zeit angegangen wurde.

Das Konzept hinter git ist, zumindest was die Verwendung für Quellcode-Verwaltung angeht, eine ganz neue Herangehensweise an das Problem. Die Entwicklung wurde von anderen schnell begeistert aufgenommen und in kürzester Zeit entstanden grafische Frontends, Web-Frontends und ein Tool wie cogito, das auf git fußt. Daß git nach weniger als vier Monaten Entwicklung bereits die komplette Kernelentwicklung verwalten und, mit cogito als Frontend, mit anderen Versionsverwaltungs-Systemen konkurrieren konnte, ist eine weitere Bestätigung, daß Open-Source-Entwicklung äußerst produktiv und innovativ sein kann.

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