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Mi, 28. Dezember 2005, 13:10

Unternehmen

FSFE warnt vor elektronischer Patientenakte

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) sieht erhebliche Mängel im Datenschutz bei der geplanten elektronische Patientenakte.

Die FSFE beruft sich bei dieser Aussage auf eine Untersuchung des unabhängigen IT-Sicherheitsberaters Thomas Maus, die dieser in einem Vortrag auf dem Chaos Communication Congress in Berlin vorgestellt hat. Die von Maus festgestellten Sicherheitsmängel sind nach Einschätzung von Bernhard Reiter, Leiter der Deutschen Sektion der FSFE, gravierend: »Die sichererheitstechnischen Mängel scheinen so erheblich zu sein, daß eine einfache Korrektur nicht möglich ist. Stattdessen muß ein völliger Neuentwurf her«.

Thomas Maus beschäftigt sich, so die FSFE, schon seit Jahren mit dem Thema. Auf dem letztjährigen Chaos Communication Congress hatte er Schwächen in einem der Modellprojekte der elektronischen Patientenakte nachgewiesen. Den Befürwortern der elektronischen Patientenakte sind diese Analysen ein Dorn im Auge: »Bereits damals hat man versucht, ihn mit Schadenersatzdrohungen mundtot zu machen. Das aber ist offenbar nicht gelungen« heißt es in der Pressemitteilung der FSFE, »und das, obwohl sich sachkundige Mitarbeiter des Systementwicklers seine Vorträge angehört hatten - offensichtlich stimmen seine Analysen«". Angeblich wurde auch darüber nachgedacht, ihn wegen »Reverse Engineering« zu verklagen. Die Interpretation der FSFE: »Die Systementwickler nehmen den Datenmißbrauch wissentlich in Kauf und versuchen - mit Hilfe des Urheberrechts - eine Überprüfung des Sicherheitskonzepts zu verhindern. Hier wird die Gefahr deutlich, die Softwarepatente und die Verschärfung des Urheberrechts für die Gesellschaft darstellen.«

Was durch die elektronische Patientenakte drohen kann, wird an einigen Stichpunkten deutlich: Krankenkassen oder Lebensversicherer könnten die Daten benutzen, um Gesundheitsrisiken aus der Versicherung auszuschließen. Banken könnten Kreditausfallrisiken entsprechend der Lebenserwartung der Kreditnehmer berechnen und Arbeitgeber könnten die Einstellung von Mitarbeitern von der erblichen Disposition abhängig machen. Angesichts des Wertes, den die Patientendaten für bestimmte Organisationen oder Unternehmen darstellen, und der von Maus auf mindestens 12 Mrd. Euro geschätzt wird, wäre es denkbar, daß die Daten mit Hilfe von Bestechung in Hände gelangen, in denen sie nichts zu suchen haben.

Die FSFE fordert als Konsequenz, daß in öffentlichen IT-Großprojekten freie Software eingesetzt werden soll, da die Analyse dann einfacher und die »notwendige« öffentliche Debatte leichter anzustoßen sei.

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Kommentare (Insgesamt: 8 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[4]: Naturgemäß... (miro, Do, 31. August 2006)
Re[2]: Recht hat die FSFE. (a., Sa, 31. Dezember 2005)
Re[3]: Naturgemäß... (pinky, Do, 29. Dezember 2005)
Re[2]: Naturgemäß... (Gerd, Do, 29. Dezember 2005)
Re: Naturgemäß... (pinky, Do, 29. Dezember 2005)
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