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Mi, 4. Januar 2006, 12:39

Software::Distributionen::Debian

Debian will GNU FDL bannen

Sechs Monate nach Änderung des Debian-Gesellschaftsvertrags soll das Projekt nun das Entfernen unter FDL stehender Dokumentation aus der Hauptdistribution forcieren.

Schon vor der Freigabe von Debian 3.1 war eine zeitweise heftige Diskussion um den Verbleib von unter FDL stehender Dokumentation entbrannt. Die Mehrheit der Entwickler war sich einig, daß diese unfrei sei und aus dem Hauptteil der Distribution verbannt werden solle. Da eine konsequente Umsetzung dieses Beschlusses aber die Freigabe von Debian 3.1 weiter verzögert hätte, wurde er vorübergehend ausgesetzt.

Die Umsetzung des Beschlusses bleibt jedoch ein wichtiges Ziel für die nächste, für Dezember 2006 angepeilte Debian-Version »Etch«. In einer Email erinnert Anthony Towns nun daran, dieses Ziel rasch umzusetzen, und stellt den Entwurf einer Ankündigung vor, die zur Erklärung der Maßnahmen dienen soll.

Debian betrachtet die GNU FDL als unfreie Lizenz, so das Dokument. Das solle nicht als Feindseligkeit gegen die Free Software Foundation verstanden werden. Die FDL kann für verschiedene Zwecke als »frei genug« betrachtet werden, für die Distribution in Debian jedoch nicht. Drei Bedingungen in der FDL sind für Debian ein Problem: Erstens die invarianten Abschnitte, die keine Änderung erlauben und die z.B. dazu führen können, daß man umfangreiche invariante Abschnitte mitschleppen muß, wenn man (kleine) Abschnitte aus mehreren Dokumentationen zusammen verwendet. Zweitens fordert die FDL, änderbare Versionen der Dokumente (sozusagen deren Quelltext) in jedem Fall mitzuliefern und ein Jahr länger als die evtl. nicht änderbaren Formate der Dokumentation bereitzustellen. Dies ist vor allem ein praktisches Problem. Drittens verbietet es die FDL, die Dokumente über Kanäle bereitzustellen, die mit digitaler Rechteverwaltung (DRM) arbeiten, für Debian eine unnötige Einschränkung.

Nach Ansicht von Debian gibt es kaum Unterschiede zwischen Programmcode und Dokumentation. Code wird in Dokumentation eingebaut und umgekehrt. Daher sollten beide auch die gleichen Lizenzen verwenden, beispielsweise die GPL oder eine BSD- oder MIT-Lizenz. Dokumentation, deren Lizenz weiterhin die FDL ist, wird in Zukunft keinen Platz mehr in der Hauptdistribution von Debian haben, sondern in der »non-free«-Sektion plaziert. Ein anderer Ausweg wäre, daß die FSF eine neue Version der FDL herausbringt, die die Probleme beseitigt. Da die meisten Dokumente unter der »FDL 1.2 oder irgendeiner neueren Version« stehen, würden diese dann automatisch frei.

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