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Di, 10. Januar 2006, 00:20

Gesellschaft::Politik/Recht

Debatte über GPL 3 soll bald beginnen

Der erste Entwurf der GNU General Public License Version 3 wird voraussichtlich nächste Woche veröffentlicht.

eWeek will erfahren haben, daß die beiden Hauptautoren des Lizenztextes, FSF-Präsident Richard Stallman und Rechtsanwalt Eben Moglen, den Entwurf nächste Woche anläßlich einer Konferenz am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge vorstellen werden. Damit wird die Debatte über den Text eröffnet. Man rechnet mit bis zu 150.000 Kommentaren aus der freien Software-Gemeinschaft, die alle gehört werden sollen. Der Review-Prozeß der GPLv3 wird daher festen Regeln unterworfen sein.

Da die GPL seit fünfzehn Jahren nicht überarbeitet wurde, ist inzwischen ein Bedarf für Anpassungen an die heutigen Verhältnisse und Klarstellungen entstanden. Laut Eben Moglen ist die »Kunst des Programmierens« heute dramatisch anders als damals. Die neue GPL, deren Text angeblich sehr technisch und komplex werden soll, wird dies entsprechend berücksichtigen. Voraussichtlich wird sie Vorkehrungen für Patentschutz enthalten, die Lizenzierung von »geistigem Eigentum« und Trusted Computing ansprechen und die Nutzung von Software über Netzwerke berücksichtigen. Klar ist, daß auch die GPLv3 eine Copyleft-Lizenz sein wird, die den Geist der GPLv2 weiterführt. Entwickler, die mit der neuen Lizenz nicht zufrieden sind, können ihre Software weiterhin unter GPLv2 vertreiben.

Mit der Erneuerung der GPL soll auch die verwandte LGPL (Lesser GPL) einem Update auf Version 3 unterzogen werden. Ein erster Entwurf dieser Lizenz soll nach der anfänglichen Debatte über die GPL 3 vorgestellt werden. Als Zielzeitraum für die Fertigstellung der LGPL 3 ist der gleiche wie bei der GPL geplant. Allerdings werden beide Lizenzen unabhängig voneinander entworfen und auf der GPL, unter der drei Viertel aller freien Programme lizenziert sind, wird wohl die meiste Aufmerksamkeit geschenkt.

Die GPL Version 3 soll Anfang des Jahres 2007 fertiggestellt werden. Dies wird etwa gleichzeitig mit dem Erscheinen von Windows Vista sein und noch bevor das Serversystem »Longhorn« herauskommt. Beobachter sind laut eWeek der Meinung, daß dies Druck auf Microsoft und deren proprietäre Lizenzpolitik und das konstante Upgrade-Modell ausüben wird.

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