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Mi, 11. Januar 2006, 13:39

Gesellschaft::Politik/Recht

Microsoft behält Patente für FAT

Das US-amerikanische Patent- und Markenamt hat Berichten zufolge die Gültigkeit von zwei umstrittenen Patenten von Microsoft zum File Allocation Table (FAT)-Filesystem bestätigt.

Bereits vor zwei Jahren intervenierte die Public Patent Foundation (PUBPAT) beim US-Patent- und Markenamt USPTO bezüglich der Microsoft-Patente 5,579,517 und 5,758,352. Grund für die Aktion waren Bedenken, dass Microsoft bei Ausnutzung des Patents der Open-Source-Bewegung großen Schaden zufügen könnte und die Tatsache, dass die beschriebenen Technologien zum Zeitpunkt der Patentierung schon Stand der Technik gewesen sei.

Zunächst erklärte das Patentamt die eingetragenen Ansprüche in der Tat für vorläufig ungültig und stellte den Fall von »Prior Art« fest. Nun hat das Amt die Entscheidung revidiert und stellte dem US-Multi ein so genanntes »Patent Re-Examination Certificate« zu. Damit hat das USPTO Microsofts Ansprüche an FAT förmlich zementiert und dem Unternehmen einen Weg aufgetan, angedrohte Lizenzen für die Erfindung einzuholen. Diese variieren für Hersteller von Speichermedien oder Unterhaltungsgeräten von 0,25 US-Dollar pro Einheit bis einer maximalen einmaligen Summe von 250.000 USD.

Nachdem FAT seit Einführung neuer Windows-Versionen von vielen für tot erklärt wurde, gewann das Dateisystem mit der zunehmenden Verbreitung von mobilen Medien an Bedeutung. So kommt das Dateisystem nicht nur in reinen Windows-Umgebungen zum Einsatz, sondern beispielsweise auch in dem Open-Source-Programm Samba, das den Datenaustausch zwischen Linux/Unix-Rechnern und Windows-Computern organisiert. Auch beim Lesen von und Schreiben auf Windows-Festplatten in Linux-Umgebungen führt FAT Regie. Außerdem nutzen zahlreiche Speichermedien wie beispielsweise Datenkarten für Kameras oder MP3-Spieler das FAT-Format.

Die Bestätigung der US-Patente für FAT könnte nun auch eine direkte Auswirkung auf den Linux-Kernel haben. Die GNU General Public License (GNU GPL), unter der Open-Source-Programme vertrieben werden und unter der auch der Kernel steht, verbietet den Einsatz von Software-Bestandteilen, für die Lizenzgebühren bezahlt werden müssen. Folglich müsste auch FAT komplett aus dem Kernel, der von Hause aus FAT-Treiber mit sich bringt, entfernt werden.

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