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Di, 17. Januar 2006, 11:35

Software::Distributionen::Fedora

Fedora Core 5 Test 2

Das Fedora-Projekt hat die zweite Testversion für Fedora Core 5 vorgelegt.

Der aktualisierte Zeitplan für Fedora Core 5 sieht nun vor, in etwa vier Wochen eine dritte Testversion und in etwa acht Wochen die endgültige Version zu veröffentlichen.

Die unter GPL stehende Distribution wird voraussichtlich die Basis für Red Hat Enterprise Linux 5 darstellen. Daher ist Red Hat weiterhin der größte Unterstützer von Fedora, will jedoch seinen Einfluß durch Gründung einer Stiftung zurückschrauben. Dieser Schritt wurde bisher noch nicht vollendet.

Die Release Notes nennen die wichtigsten Neuerungen in Fedora Core 5 Test 2. Im Installer wurde die Paketauswahl wieder aktiviert und er unterstützt nun dmraid, um das auf vielen Motherboards vorhandene RAID nutzen zu können. Ferner soll nun die Virtualisierung mit Xen vollständig in den Installer integriert sein. Die ganze Distribution wurde mit einer Vorabversion von GCC 4.1 erstellt. Die Desktopumgebungen GNOME 2.13.4 und KDE 3.5.0 sind mit dabei. Das neue Paket Pirut (Package Installer, Remover, Updater Tool) enthält pup, das Programm zum Aktualisieren von Paketen. Eine SELinux-Referenz-Policy wird mitgeliefert, so daß binäre Policy-Module unterstützt werden können. Mit dabei sind auch Beagle, f-spot und tomboy. Einige Programme wie Nautilus und Firefox können Beagle für die Suche verwenden. Der J2EE-Server JOnAS und seine Abhängigkeiten wurden entfernt und sollen in Fedora Extras aufgenommen werden.

Für Fedora Core 5 Test 2 sollte man minimal 620 MB Platz auf der Festplatte bereitstellen, eine typische Serverinstallation benötigt 1,1 GB und ein Desktop-System 2,3 bis 3 GB. Der gesamte Softwareumfang beträgt 6,9 GB. Für x86_64-Rechner sind diese Zahlen etwas höher anzusetzen.

Wie immer werden auch in Fedora Core 5 verschiedene Programmpakete ausgeschlossen. Alle Pakete, die nicht vollständig frei sind oder möglicherweise Patentprobleme verursachen könnten, gehören dazu. So wird es in Fedora Core 5 keine MP3-Unterstützung geben, viele Video-Codecs und die binären Treiber von ATI und NVIDIA fehlen, NTFS wird nicht unterstützt, ebenso gibt es kein Real Media, DeCSS, Sun Java und proprietäre Software. Einige dieser Pakete können aus anderen Quellen installiert werden, die man zum Download übers Internet mit yum konfigurieren kann. Zusätzliche Pakete bietet auch Fedora Extras, nach Paketen für MP3 und anderem muß man aber im Fedora-FAQ oder mit Suchmaschinen suchen.

Der Download von Fedora Core 5 Test 2 ist von zahlreichen Mirror-Servern möglich. Die Distribution benötigt fünf CDs oder eine DVD, die als ISO-Images für die Architekturen x86, x86_64 und PPC zur Verfügung stehen. Alternativ kann man ein kleines ISO-Image verwenden und das restliche System übers Netz installieren. Auch der Download über BitTorrent wird angeboten.

Mit Erscheinen dieser Testversion wird die offizielle Unterstützung von Fedora Core 3 durch Sicherheits- und andere Updates eingestellt. Die weitere Pflege wird dem Fedora Legacy-Projekt anvertraut, das aber nur geringe Aktivität zeigt. Jedoch steht die Beteiligung jedem offen, der ein Interesse daran hat, nicht so schnell auf eine neue Version umzusteigen.

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