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Mi, 18. Januar 2006, 20:16

Software::Kommunikation

»ping«-Attribut in Firefox geplant

Die Entwickler des freien Webbrowsers Mozilla Firefox haben in der aktuellen Entwicklerversion Unterstützung für das neue »ping«-Attribut eingebaut, das für einige Kontroversen sorgen wird.

Noch ist keine Alpha-Version von Firefox 2.0, der Mitte dieses Jahres fertig werden soll, erschienen, doch im aktuellen Entwicklerstand wird nun das Attribut »ping« des altgedienten <a>- und <area>-Tags unterstützt. Mit diesem neuen Attribut können die Ersteller der HTML-Seite angeben, daß nach dem Abruf der URL auch die in »ping« angegebenen URLs »benachrichtigt« werden. Dies ermöglicht es, über den Aufruf von Links Buch zu führen. Es kann das Leben von Seitenbetreibern erleichtern, weil diese bisher, um den gleichen Effekt zu erzielen, auf eine URL verweisen müssen, die anschließend ein Redirect zum eigentlichen Ziel durchführt. Auch mit JavaScript läßt sich eine solche Funktion realisieren.

Für die Benutzer soll das Feature den Vorteilhaben, daß die Zielseite schneller geladen wird, da die Benachrichtigungen asynchron erfolgen.

Das Feature wird aber auch kritisiert, da ein Verlust der Privatsphäre befürchtet wird. Das Attribut fügt zwar keinerlei Funktion hinzu, die nicht auch auf anderem Weg erreichbar wäre. Insbesondere bei aktiviertem JavaScript gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Aktionen auszuführen, auf die der Benutzer keinen Einfluß hat. Dennoch gibt es einen Unterschied zu Redirect-Links: Während man bei einem Redirect-Link sieht, wohin er führt, sieht man dies bei einem »ping« möglicherweise nicht. Wahrscheinlich wird das Firefox-Team aber eine GUI erstellen, die optional die »ping«-Ziele anzeigt. Das Feature läßt sich auch vollständig abschalten, zwar derzeit noch nicht über die GUI, aber auch das ist geplant.

Darin Fisher vom Entwicklerteam erläutert, daß das Feature auf Wunsch einiger großer Webseitenbetreiber entworfen und implementiert wurde. Die Spezifikation fand im Rahmen der Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG) statt. Auch das stößt auf Kritik, da die WHATWG nicht das W3C ist, also keine Webstandards setzen kann. Einige Beobachter äußerten die Meinung, daß WHATWG lediglich eine von Mozilla und Firefox dominierte Gruppe sei, doch arbeitet sie auch an Entwürfen mit, die einmal offizieller W3C-Standard werden sollen. Jedenfalls scheint das Attribut bisher ein Alleingang von Firefox zu sein, was bei manchen die Frage aufkommen läßt, ob Firefox den nächsten »Browserkrieg« starten will. Ungeklärte Fragen sind außerdem, warum jemand das Attribut benutzen sollte, wenn es nur von manchen Browsern unterstützt wird und sich vom Benutzer abschalten läßt.

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