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Do, 26. Januar 2006, 13:55

Software::Kernel

Linux-Kernel bleibt bei GPLv2

Linux-Schöpfer Linus Torvalds schließt für seinen Anteil am Kernel eine Lizenzänderung zur GPLv3 aus.

Gerade erst wurde der erste Entwurf der GPLv3 von Richard Stallman und Eben Moglen vorgelegt, da gibt es bereits Überlegungen, wie der Linux-Kernel in Zukunft zu lizenzieren sei. Dabei wird es noch rund ein Jahr dauern, bis die neue Lizenz offiziell zur Verfügung steht.

Für Konfusionen sorgt dabei auch der erläuternde Text, der zu einer Datei, die unter der GPL stehen soll, meist beigefügt wird. Dieser enthält eine Passage »diese Datei steht unter Version 2 der GPL oder einer späteren Version nach Ihrer Wahl«. Manche Diskussionsteilnehmer sehen darin die Option, nach Belieben eine neuere Version der GPL auf die Datei anwenden zu können. Linus Torvalds sieht das anders. Nach seiner Meinung ist diese Passage nur ein Platzhalter und die ursprünglich gewählte Lizenz - im Kernel also GPLv2 - gilt. Um alle Unklarheiten diesbezüglich zu beseitigen, wurden vor einigen Jahren im Kernel die meisten Dateien angepaßt und die Passage »oder einer späteren Version nach Ihrer Wahl« entfernt.

Somit stand, wie Torvalds schreibt, der Kernel schon immer unter der GPLv2. Dies wird auch so bleiben, zumindest in den Teilen, die Torvalds gehören. Eine automatische Konvertierung zur GPLv3 kann es nach obigen Ausführungen ohnehin nicht geben und für eine allgemeine Umstellung müßte das Einverständnis jedes einzelnen Copyright-Inhabers vorliegen. Es ist zweifelhaft, ob jemand dieses Unterfangen je angehen wird. Torvalds schließt aber nicht aus, daß einzelne Dateien von ihren Autoren unter GPLv3 lizenziert werden, was im Rahmen der Weiterentwicklung und Erweiterung des Kernels geschehen könnte.

Ein spezifisches Problem, das Torvalds mit der GPLv3 sieht, ist, daß sie nach seiner Auffassung fordert, die privaten Signaturschlüssel offenzulegen. Doch noch steht der GPLv3 nahezu ein ganzes Jahr Diskussion bevor, wobei mit ziemlicher Sicherheit einige Passagen geändert oder klargestellt werden. Es ist also eigentlich noch zu früh für Entscheidungen.

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