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Sa, 28. Januar 2006, 14:20

Software::Kernel

Kernel-Entwickler fordern bessere Zusammenarbeit mit OSDL

Einige der maßgeblichen Kernel-Entwickler haben ein gemeinschaftliches Whitepaper an die OSDL gesandt, in dem sie mehr Engagement des Konsortiums fordern.

Wie Greg Kroah-Hartman in seinem Blog schreibt, hat er selbst einige Kritikpunkte an der Arbeit der Open Source Development Labs, die von anderen Kernel-Entwicklern schon seit längerer Zeit geteilt werden. So wurde bereits im letzten September beschlossen, die Kritik in einem Whitepaper zusammenzufassen und den OSDL zukommen zu lassen. Das Papier wird von 17 der wichtigsten Kernel-Entwickler unterstützt. Am 25. Januar, schreibt Greg K-H, wurde das Papier dem Vorstand der OSDL präsentiert.

Das Papier enthält zum einen Vorschläge, wie die OSDL den Anbietern helfen können. So sollte ein Programm aufgelegt werden, um an die Spezifikationen von Hardware zu kommen, die nur unter NDA verfügbar sind. Die OSDL sollte die NDA unterzeichnen und die Spezifikationen an die Entwickler weitergeben, die sie benötigen. Ferner sollen die OSDL Hardware für Entwickler beschaffen, bevor sie auf den Markt kommt, denn für einzelne Entwickler ist diese sehr schwer zu beschaffen. So können Treiber geschrieben werden, die verfügbar sind, wenn die Hardware in den Handel gelangt.

Auch das Problem, daß Code, der von Firmen entwickelt wird, nicht schnell in den Kernel aufgenommen wird, weil er die Konventionen des Kernels mißachtet, soll angegangen werden. Die Kernelhacker schlagen dafür eine Ausbildung der Firmenentwickler vor, die in Form von Konferenzen stattfinden könnte. So könnten die Entwickler auch einmal direkt in Kontakt mit den maßgeblichen Kernel-Entwicklern treten. Die Hersteller sollen ferner ihre Anforderungen an die Kernel-Entwicklung zurücknehmen und nicht versuchen, die Entwicklung in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Mehrere Forderungen an die OSDL kristallisieren sich in dem Papier heraus. Erstens soll mindestens ein technischer Autor eingestellt werden, der für eine genaue und aktuelle Kernel-Dokumentation sorgt. Die Dokumentation kommt allen externen Entwicklern und Anbietern zugute, es ist jedoch ein Problem, wenn sie so veraltet ist wie momentan. Das Fellowship-Programm soll ausgebaut werden, da es als Erfolg gesehen wird. Zu Zeit sind aber lediglich Linus Torvalds und Andrew Morton als Fellows angestellt. Reisen der Entwickler zu Konferenzen oder Linux User Groups sollten von den OSDL bezahlt werden. Ferner wird in den USA eine technische Konferenz für die Kernel-Entwicklung vermißt (die drei wichtigsten Konferenzen, der Linux-Kongress, das Ottawa Linux Symposium und die linux.conf.au liegen alle außerhalb der USA). Neben einer größeren Konferenz in den USA sollte es auch kleinere geben sowie Konferenzen in weiteren Ländern, die bisher keine solche veranstalten.

Um die Beziehungen zwischen den Kernel-Entwicklern und den OSDL zu formalisieren, soll ein beratendes Gremium aus Mitgliedern der Kernel-Entwicklergemeinschaft bei den OSDL eingerichtet werden. Ferner beanspruchen die Entwickler einen Sitz im Vorstand der OSDL für sich.

Obwohl den OSDL mit Ausnahme von Microsoft nahezu alle namhaften IT-Firmen angehören, sehen die Entwickler durchaus das Problem, daß die OSDL nur über begrenzte Mittel verfügen. Sie sind jedoch der Ansicht, daß alle benötigten Mittel aus speziellen Budgets bezahlt werden könnten und die Konferenzen sich selbst finanzieren würden, wenn sie vernünftig organisiert werden.

Laut Kroah-Hartman haben die OSDL bereits zugesagt, alle Forderungen des Whitepapers zu erfüllen.

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Kommentare (Insgesamt: 14 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: Bescheuerte Forderungen (Name:, Mo, 30. Januar 2006)
Re[3]: Bescheuerte Forderungen (stefan, Mo, 30. Januar 2006)
Re[2]: Bescheuerte Forderungen (KB, So, 29. Januar 2006)
Re: Bescheuerte Forderungen (Stephan, Sa, 28. Januar 2006)
Bescheuerte Forderungen (Matze, Sa, 28. Januar 2006)
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