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So, 5. Februar 2006, 14:37

Unternehmen

FSFE: »Microsoft reicht vergifteten Apfel«

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) beurteilt Microsofts Angebot kritisch, Quellcode anstelle von Protokollen zu veröffentlichen.

Georg Greve, Präsident der FSFE

Georg C. F. Greve

Georg Greve, Präsident der FSFE

Der Präsident der FSFE, Georg Greve, erklärt dazu: »Die Europäische Kommission hat Microsoft aufgefordert, ihre Protokolle zu veröffentlichen, um damit anderen zu ermöglichen, kompatible Software zu schreiben und um den Wettbewerb wiederherzustellen. Dies scheint nicht so umgesetzt worden zu sein. Zumindest sind die Konditionen, unter denen die Protokolle angeblich verfügbar sind, unklar. Was Microsoft stattdessen getan hat, ist die Veröffentlichung von Quellcode. Dies wurde ihnen aber nicht auferlegt.«

In einer Pressemitteilung hat Microsoft Ende der Woche angekündigt, »den gesamten Windows-Server-Quellcode zu lizenzieren«. Dies soll Microsofts »Engagement bezüglich der Einhaltung der Auflagen« unterstreichen.

Der FSFE zufolge würde dies keinen Deut nützen, stattdessen nur zusätzliche Schwierigkeiten schaffen. Der Rechtsberater der FSFE, Carlo Piana, beschreibt die Situation so: »Dieses 'Engagement' ist vergiftet, denn Microsoft führt es auf eine Art und Weise durch, die die Situation für Freie Software verschärft: Weil der Quellcode urheberrechtlich von Microsoft geschützt ist, können Entwickler, die den Quellcode eingesehen haben, diesen nicht in Freier Software reimplementieren. Dies könnte dann eine Urheberrechtsverletzung darstellen.« Laut Piana könnte Microsoft versuchen, den Wettbewerb damit abzuwürgen, indem es behauptet, sein Urheberrecht sei verletzt worden - mit Hinweis darauf, dass der Entwickler ja den Quellcode eingesehen haben 'könnte'.

Dem fügt Georg Greve hinzu: »In der Tat kann dies geschehen. Wie sollen Entwickler interoperable Software schreiben, ohne den Quellcode anschauen zu können, weil die Spezifikationen nicht öffentlich sind? Wenn man von diesem Apfel isst, so wird man vergiftet von Microsofts Copyright.«

Nachdem die FSFE die neuen »Shared Source« Lizenzen der Redmonder Firma, die sich gegenüber den ersten Angeboten substantiell verbessert haben, begrüßt hat, wollte sie Microsoft eine Chance geben. »Nun scheint es offensichtlich, dass dies nur einen weiteren Marktstreich darstellte: Gestern hat Microsoft wie ein Räuber reagiert, der nachdem er aufgefordert wurde, das Gewehr wegzulegen, einfach eine Handgranate auf dich warf. Unser Lob war verfrüht«, sagt Greve abschließend.

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Kommentare (Insgesamt: 51 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[8]: Wann soll man denn nun zufrieden sein? (neon, Do, 31. August 2006)
Re: Microsoft Denke (Markus, Mo, 13. Februar 2006)
Re: FSFE (anonymous, Di, 7. Februar 2006)
Re[6]: Wann soll man denn nun zufrieden sein? (Alefanz, Di, 7. Februar 2006)
Re[2]: Wann soll man denn nun zufrieden sein? (Der Henker, Mo, 6. Februar 2006)
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