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Mo, 6. Februar 2006, 10:34

Software::Kernel

AVM warnt vor Einschränkungen für proprietäre Kernel-Module

In einer Email an die OpenSUSE-Entwicklerliste warnt ein Entwickler von AVM vor den Konsequenzen einer Änderung, die für Kernel 2.6.16 geplant ist.

Sven Schmidt von AVM warnt davor, daß die kommende Änderung dazu führen könnte, daß AVM die Linux-Unterstützung ganz einstellt. Dies würde die ISDN- und WLAN-Produkte betreffen, die über USB an den Rechner angeschlossen werden. AVM unterstützt diese Produkte unter Linux mit proprietären Kernel-Modulen.

Proprietäre Kernel-Module sind jedoch zunehmend weniger gern gesehen. Greg Kroah-Hartman scheint eine der treibenden Kräfte hinter dieser Ausrichtung zu sein, die von Linus Torvalds durch Übernahme entsprechender Patches in den Kernel unterstützt wird. Jedes Kernel-Modul muß Funktionen des Kernels aufrufen, um sinnvolle Arbeit zu verrichten. Seit Kernel 2.6 ist genau festgelegt, welche Funktionen genutzt werden können. Sie werden in drei Klassen unterschieden: Funktionen, die nicht exportiert werden und den Modulen nicht zur Verfügung stehen; Funktionen, die nur von GPL-Modulen verwendet werden dürfen, und Funktionen, die von allen Modulen verwendet werden dürfen.

Eine kürzlich erfolgte Änderung von Greg Kroah-Hartman, die offiziell in Kernel 2.6.16 erscheinen soll, würde weitere Funktionen dem Zugriff von nicht-GPL-Modulen entziehen, insbesondere solche im USB-Subsystem. Für die proprietären Module von AVM wäre es nicht mehr auf legale Weise möglich, die Funktionen usb_match_id, usb_register_driver und usb_deregister zu verwenden, die Module könnten daher nicht mehr geladen, möglicherweise nicht einmal mehr compiliert werden. Aus Sicht von AVM ist es aber technisch sinnvoll, die bereitgestellte Funktionalität im Kernel und nicht in einer Anwendung oder einem Daemon zu implementieren.

Die Konsequenz wäre für AVM, die Unterstützung für Linux einzustellen. Eine Reaktion auf die Email liegt noch nicht vor. Die Kernel-Entwickler dürfte die Drohung von AVM wenig stören, denn aufgrund der gemischten Erfahrungen mit proprietären Treibern scheint für sie das Ziel, den Kernel und sein ganzes Umfeld frei zu halten, Vorrang zu haben. Alternativen zu AVM existieren und GPL-Treiber für die AVM-Hardware sind nicht ausgeschlossen, selbst wenn sie nicht von AVM kommen.

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