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Mi, 8. Februar 2006, 13:23

Software::Desktop

Novell treibt 3D-beschleunigten Desktop voran

In einer Demonstration stellte der amerikanische Hersteller Novell die Möglichkeiten der kommenden Generationen von Desktop-Distributionen, wie dem Novell Linux Desktop 10, vor.

Novell

Bereits Anfang Januar stellte Novell auf Druck der Community die aktuelle Entwicklung von Xgl allen Interessenten öffentlich zur Verfügung. Entwickler wie Aaron Seigo bemängelten die geschlossene Entwicklung der grafischen Erweiterung. Laut Seigo war die Vorgehensweise von Novell gefährlich für die Community. Der Programmierer befürchtete, dass die Community komplett aus dem Prozess der Entstehung ausgeschlossen werde und bei der Veröffentlichung einer neuen Version den Code nicht mehr überblicken kann. Seigos Sorge war es, dass Xgl gänzlich zu einem Novell-Produkt mutiert. Das Unternehmen reagierte und gab den Quellcode wieder frei.

Einen Monat später kündigt Novell nun in einer Pressemitteilung »signifikante Änderungen« von Xgl an und stellt zugleich den versprochenen OpenGL Compositing-Manager Namens »Compiz« vor. Damit soll es nun auch Nicht-Entwicklern möglich sein, die Erweiterung mühelos zu testen. Zugleich präsentiert das Unternehmen eine Vorschau auf die kommenden Techniken der Desktop-Distributionen.

Basis für die visuellen Gadgets der neuen Generation von Desktop-Distributionen soll nun die von Novell gesponserte und unter der Ägide von David Reveman entwickelte grafische Erweiterung Xgl sein. Auf der Solutions Linux in Paris stellte Novell jetzt in anschaulichen Beispielen die Möglichkeiten der Erweiterung dar. Das Publikum konnte sich über die grafischen Gimmicks informieren und die Resultate in Form zahlreicher Demos bestaunen. Zeitgleich stellte das Unternehmen auf seinen Seiten eine Reihe von Flash- und Video-Filmen zu Xgl vor. Zu sehen sind Alpha-Effekte, das Zoomen sowie diverse 3D-Beispiele.

Xgl stellt einen Aufsatz auf einen bestehenden X-Server dar. Neben dem Vorteil, dass Xgl keine separaten Treiber braucht, überzeugt die Erweiterung vor allem durch die Geschwindigkeit. So werden Fensterinhalte nicht mehr in den Videospeicher kopiert, sondern direkt in Texturen umgewandelt. Ferner ist es mit Xgl möglich, Operationen, die unter »normalem« X sehr lange Zeit in Anspruch genommen haben, erheblich schneller zu erledigen. »Apples scharfe Hacks wie Exposé sind inspirierend, jetzt allerdings kann dieser Raum für unsere Forschung genutzt werden«, schrieb der Gründer von Ximian und heute Desktop-Entwicklungschef bei Novell, Nat Friedman, in der Vergangenheit. »Xgl öffnet eine neue Welt der Hardware-Beschleunigung, ausgefallener Animationen, einer Separation von Hardware und Software und mehr«.

Unterstützt wird die neue Entwicklung auch durch die Hardware-Hersteller. Laut Aussage von ATIs Software Engineering Division Vice Ben Bar Haim, will das Unternehmen Novell unter die Arme greifen und glaubt an die neue Technologie. Xgl ist nach Aussagen des Grafikchipherstellers ein »fundamentaler Block« des neuen, beschleunigten Desktops.

Im Moment bietet allerdings kein Treiber unter Linux die hundertprozentige Funktionsfähigkeit, die für Xgl nötig wäre. Während die meisten freien Treiber entweder durch eine zu langsame oder gar fehlende 3D-Funktion von vornherein ausscheiden, spielen die proprietären Treiber nicht tadellos mit der Erweiterung zusammen. Nvidias proprietärer Treiber krankt an einer nicht gerade perfekten Zusammenarbeit zwischen OpenGL und Composite, während der ATI-Treiber auf einen falschen X-Server-Port aufsetzt. Beide Treiber lassen sich allerdings durch kleinere Änderungen zumindest zur Zusammenarbeit überreden. Die Hersteller haben bereits Updates angekündigt.

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