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Fr, 17. Februar 2006, 18:34

Südkorea auf Open-Source-Kurs

Wie die Korean Times berichtet, ist die südkoreanische Regierung derzeit auf der Suche nach einer Stadt und einer Universität, die im großen Stil Open Source (OSS) einsetzen sollen.
Von ThomasS

Kaum haben sich Schall und Rauch um den Kartellrecht-Prozess gegen eine unlautere Bündelung von Mediaplayer und der Instant-Messenger-Software mit Windows und daran anschließende Drohungen des Rückzugs aus dem Land etwas gelegt, prescht die südkoreanische Regierung vor und plant nach Informationen der Korean Times offenbar eine schrittweise Einführung von Linux und OSS im großen Stil. In einem ersten Schritt wird die südkoreanische Regierung aus den vielen Bewerbern eine Stadt und eine Universität auswählen, die als Modell für weitere zukünftige großflächige Umstellungen auf OSS dienen sollen. Das südkoreanische Ministerium für Information und Kommunikation (MIC) plant für die Projekte nach Recherchen der Korean Times allein für das Jahr 2006 etwa 4.1 Milliarden Won zu spendieren. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, dass man die Bewerbung großer Einrichtungen erwarte. Gegenwärtig kann sich die Ankündigung des Ministeriums schon einer großen Aufmerksamkeit unter Universitäten und Städten sicher sein, weiß die Korean Times zu berichten. Die beiden geplanten Projekte sollen unmittelbar nach der ministeriellen Entscheidung beginnen.

Der Schritt des Landes zu mehr OSS ist im Moment als Einschnitt zu werten, da im Land weniger als 1% aller PCs mit OSS laufen. Im Markt für Server liegt die Adaptionsrate mit 20% höher, allerdings ist Südkorea im globalen Vergleich am unteren Ende der Skala zu suchen. Die südkoreanische IT Industry Promotion Agency, eine regierungsnahe Einrichtung plant bis 2010 die Einsatzrate von OSS bei Servern auf 40% und bei Desktops auf 5% zu steigern. Als Grund dieser Bestrebung nennt ein Sprecher der Agentur den Zugang zu freien Quellen unter OSS, der dem Land auch langfristig den Aufbau einer eigenen IT-Struktur ermöglicht.

Als erstes hat man bereits bei der südkoreanischen Post die Initiative ergriffen und stellt schrittweise 4.748 PCs aus 2.800 Postämtern auf Linux um. Offenbar scheint die Ankündigung innerhalb südkoreanischer Ministerien immer mehr Ämter zu erfassen. So verkündete auch das Ministerium für Planung und Finanzen, noch einmal 80 Mrd. Won für 37 neue Projekte in diesem Jahr ausgeben zu wollen.

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