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Mi, 22. Februar 2006, 10:09

Software::Datenbanken

MySQL kauft Netfrastructure

MySQL hat auf den Kauf von SleepyCat durch Oracle reagiert und sein Team um einen renommierten Datenbankexperten verstärkt.

Mit dem Kauf der Firma Netfrastructure wechselt auch der Inhaber von Netfrastructure, Jim Starkey, ins Team von MySQL. Starkey ist Insidern bekannt als Entwickler mehrerer erfolgreicher Datenbanken. Zuerst entwickelte er für DEC in den 80ern den Verkaufsschlager Datatrieve, dann relationale Datenbanksysteme. Danach verließ er DEC und gründete Interbase. Interbase galt in seiner Zeit als herausragend und wurde 1991 von Ashton-Tate und dann Borland übernommen, wo ein Jahrzehnt später eine freie Version von Interbase unter dem Namen Firebird entstand. Bis vor kurzem arbeitete er an der Entwicklung von Firebird mit, wo er nun auch den bevorstehenden Wechsel bekannt gab.

Der Kauf wird von Beobachtern als Reaktion von MySQL auf die Übernahme von SleepyCat durch Oracle gesehen. SleepyCat hält die Rechte an Berkeley DB, einer Datenbank, die wie auch InnoDB als Engine für die MySQL-Datenbank verwendet werden kann. Auch InnoDB ist nach dem Kauf im Oktober 2005 in den Händen von Oracle.

Prinzipiell stehen sowohl SleepyCat als auch InnoDB unter der GPL und können daher von MySQL unabhängig von Oracle weiterentwickelt werden. Die unter der GPL stehende MySQL-Datenbank ist somit nicht in Gefahr. Jedoch macht MySQL einen guten Teil seines Umsatzes, indem es MySQL mit einer proprietären Lizenz anbietet. Für diese Variante benötigt das Unternehmen entsprechende Lizenzen von SleepyCat und InnoDB, die es bisher auch bekommen hat. Die Zukunft ist hingegen nun nicht mehr sicher.

Es wird vermutet, daß Jim Starkey bei MySQL mit der Entwicklung einer neuen Datenbank-Engine betraut wird. Vielleicht ist auch gar keine Neuentwicklung notwendig, denn MySQL verfügt mit MaxDB über eine weitere sehr leistungsfähige Engine mit passender Lizenz. Falls es möglich ist, die MaxDB-Engine in MySQL einzubauen, bleibt nur noch die Frage zu klären, wie aufwendig es ist.

Der Computerwoche zufolge hatte Oracle zuvor versucht, auch MySQL zu übernehmen, doch ist unklar, wann sich das zugetragen hat. Jedenfalls hat MySQL die Offerte abgelehnt und plant offenbar, noch lange unabhängig zu bleiben.

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