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Mi, 22. Februar 2006, 12:40

Unternehmen

SCO-Streit: IBM will Microsoft-Vertreter vorladen

Im Streit zwischen SCO und IBM will Big Blue Berichten zufolge neben HP, Sun und Baystar auch Microsoft-Vertreter in den Zeugenstand zerren.

Die Investoren des Linux-Jägers SCO haben schon bessere Zeiten gesehen. Als das Unternehmen Ende des Jahres die Bilanzen offen legte, klaffte eine riesige Lücke in den Einnahmen. Konnte die Firma im Vergleichsquartal 2004 noch 120.000 Dollar mit den Antidot-Lizenzen erwirtschaften, schrumpfte der Geldfluss 2005 auf nur 34.000 Dollar. Ferner standen dem Unternehmen zu den Lizenzeinnahmen Ausgaben in Höhe von 3.380.000 Dollar gegenüber. Das Unternehmen musste seinen Aktionären insgesamt einen Quartalsverlust von 3,4 Millionen Dollar oder 19 US-Cent pro Aktie präsentieren. Kaum verwunderlich, dass für SCO die Auseinandersetzung mit IBM zu Problem wird.

Nun kommt ein neuer Aspekt in den Streit. Bereits in der Vergangenheit hatte SCO in ihrem Bemühen, Nachweise dafür zu erbringen, dass IBM illegalerweise Code in Linux einführte, Einsicht in die Briefwechsel hochrangiger IBM-Manager verlangt. In der mündlichen Verhandlung beschwerten sich Vertreter des Unternehmens, dass IBM nur zwei bis drei Emails zu diesem Thema ablieferte. Laut Aussage von SCO müsste es hunderte von Emails geben. Im Gegenzug konterte IBM damit, dass SCOs Kooperation ebenfalls zu wünschen übrig lasse. Dutzende von Mails mit Microsoft-Managern seien in der Korrespondenz nicht enthalten.

Nun will IBM es genau wissen. Das Unternehmen verlangte laut einem Bericht auf Groklaw Auskunft über alle Lizenzabkommen von Microsoft und Sun bezüglich Unix. Insbesondere sind für den Konzern Lizenzverträge, die SCO mit den beiden Unternehmen abgeschlossen hat, von Interesse. Die Forderungen an HP und Sun sind ähnlicher Natur. Hier verlangt IBM darüber hinaus Informationen zur Schadensfreistellung ihrer Kunden im Hinblick auf SCOs juristischen Feldzug gegen Linux. Auch der Risiko-Kapitalgeber BayStar, der in der Vergangenheit Geld in SCO pumpte, soll alle Dokumente vorlegen, die die Kommunikation zwischen Baystar und Microsoft über SCO betreffen.

Laut Prozessbeobachtern will IBM durch den neuen Vorstoß klare Aussagen erreichen, welche Diskussionen die betroffenen Unternehmen mit SCO über Unix geführt haben. Ferner soll auch die Rolle von Microsoft geklärt werden. In der Öffentlichkeit hatte SCOs Firmenchef Darl McBride immer wieder abgestritten, mit Microsoft abseits der getätigten Lizenzzahlungen Kontakt gehabt zu haben. In der Vergangenheit tauchten allerdings immer wieder Spekulationen auf, wonach Microsoft eine der treibenden Kräfte hinter den Klagen gegen Linux-Firmen sei. Der Abschluss eines Lizenzabkommens zwischen SCO und Microsoft trugen nicht unbedingt zur Entkräftung der Gerüchte bei.

In seinen Forderungen geht IBM allerdings noch weiter. Der amerikanische Soft- und Hardwaregigant will unter anderem auch wissen, was Steve Ballmer und Darl McBride über die Rechte am Unix-Betriebssystem geschrieben haben und wie die Geschäftsstrategie der Redmonder betreffend Linux aussieht. Ferner ist es IBM anscheinend wichtig zu wissen, wie der Streit zwischen dem Vorläufer von SCO, Caldera, und Microsoft abgelaufen sei. Microsoft hatte im Rahmen einer gütigen Einigung mit Caldera 275 Millionen Dollar an das Unternehmen überwiesen. Caldera selbst hatte 1,6 Milliarden Dollar Schadensersatz verlangt.

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