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Fr, 10. März 2006, 13:05

Gemeinschaft::Personen

Torvalds über GPLv3

In einem Interview mit dem Magazin »Forbes« spricht der Linux-Vater über die kommende Version der GPL und seinen Entschluss, GPLv3 nicht verwenden zu wollen.

LINUXMAG.com

Die GNU General Public License (GNU GPL) ist zweifelsohne die wichtigste Open-Source-Lizenz überhaupt. Rund zwei Drittel der bei Sourceforge gehosteten Open-Source-Projekte setzen auf die freie Lizenz. Sie ist die Standard-Lizenz für den Linux-Kernel und die Programme des GNU-Projekts. Kaum verwunderlich, dass Richard Stallman, Gründer und Präsident der Free Software Foundation (FSF), sich viel Zeit lassen wollte bei der Erstellung und der Diskussion der neuen Version. Gleich zwei Tage lang tagten Vertreter der Community, der Wirtschaft und private Personen in den ehrwürdigen Hallen des MIT. Ein Jahr soll sie nun noch diskutiert werden, in Form zahlreicher Foren sowie im Internet. Die neue Lizenz findet allerdings nicht immer nur positiven Anklang, auch wenn viele der Meinung sind, dass eine Überarbeitung dringend notwendig ist.

Einer der Kritiker ist der Linux-Vater Linus Torvalds. Bereits früher schloss er eine Lizenzänderung des Kernels zur GPLv3 aus. Um Missverständnissen vorzubeugen, wurden in vielen Bereichen des Kernels schon vor geraumer Zeit die Passagen »oder einer späteren Version nach Ihrer Wahl« im Lizenztext entfernt. Somit stehen viele der Bereiche des Kernels explizit unter der alten Version. So soll es nach dem Willen von Torvalds auch bleiben.

Eine wichtige Änderung in der GPLv3 betrifft das Thema Digital Rights Management (DRM). Schon die Präambel bezieht eine eindeutige Position gegen die Verwendung der Technologie und sagt, dass »DRM grundsätzlich unvereinbar mit dem Zweck der GPL« und »die Freiheit der Anwender zu schützen« sei. Laut Torvalds ist es ein Fehler, eine Technologie zu verurteilen, nur weil sie für böse Absichten missbraucht werden kann. »Es ist nur eine Technologie«, so der Programmierer.

Sauer stößt Torvalds auch die Passage auf, wonach alle Applikationen, die unter der GPLv3 stehen, nicht für »böse Zwecke« genutzt werden können. Was allerdings als »böse« zu bezeichnen sei, klärt die Lizenz nicht. Der Wille, den Bestimmungszweck einer Software regeln zu wollen, sei laut Torvalds nicht angebracht. Software soll sich unpolitisch verhalten und keine Stellung beziehen. Torvalds will, dass seine Software von jedem benutzt wird - auch von bösen Personen, die Haie mit Lasern auf dem Kopf züchten. »Ich mag Haie mit Lasern«, so Torvalds süffisant.

Die neue Lizenz wird sicherlich noch eine Reihe von Änderungen erfahren, dessen ist sich Torvalds sicher. Die Tatsache, dass er und die FSF fundamental verschiedene Ansichten über die GPLv3 haben, bereitet ihm allerdings Sorge. Dass es zu einer Einigung über die neue Lizenz kommt, will er zwar nicht ausließen, hält es aber für unwahrscheinlich. Er sei kein Politiker, sondern ein Programmierer, dem eher Fehler im Kernel Sorge bereiten.

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