Von Sebastian Wieseler am Do, 23. März 2006 um 20:51 #
*Also*, ersteinmal ist die Sache so ziemlich alt. Wir fordern Projekt-Administratoren nicht erst seit gestern auf ihre Sachen unter eine freie Software Linzenz zu stellen, die kompatibel mit der GNU GPL ist und wenn sie die GPL wählen, dann _nur_ GPL vX or any later version.
Unsere Gründe möchte ich hier nochmals kurz darlegen, obwohl sie in dem verlinken Tracker Item auch zu finden sind: * falls man nur unter der GPL vX lizenzieren würde, müsste man bei neueren Versionen der GPL jeden einzelnen der Copyright-Holder später ansprechen und fragen ob man denn seine Software nun auch unter der GPL vX lizenzieren dürfte * falls der ursprüngliche Autor tot ist, oder nicht mehr kontaktierbar würde der Code unter der "alten" GPL vX bleiben, und dürfte nicht in Software eingesetzt werden, die unter der "neueren" GPL vX steht; oder generelles Re-Licensind würde nicht mehr möglich sein * GPLv3 und GPLv2 werden inkompatibel sein * neuere Versionen der GPL werden in dem selben "Spirit", wie alte Versionen von der FSF abgesegnet; was aufjeden Fall verhindert das der Copyleft Gedanke aufgegeben wird - das heisst die FSF hat auch nicht ubegrensten Spielraum was neure GPL-Versionen betrifft * GPLv2 SourceCode kann und darf nicht in GPLv3-Projekten eingebracht werden, und v2 und v3 Projekte können auch nicht gegeneinander gelinkt werden (wegen der Inkompatibilität von v2 und v3) - daher ist es unbedingt nötig "vX or any later" zu nehmen, und sich nicht auf eine bestimmte Version einzuschiessen.
Ich hoffe mal alle Unklarheiten damit ausgeräumt zu haben... Mit freundlichen Grüssen
und was hat das bitte mit dem Recht des Copyright-Holders zu tun, seine Lizens nach eigenen Ermessen zu wählen?
Wenn sich ein Entwickler nun wissentlich für die GPL vX entscheidet, ist das letztlich die Sache des Entwicklers.
> falls man nur unter der GPL vX lizenzieren würde, müsste man bei neueren Versionen der GPL jeden einzelnen der Copyright-Holder später ansprechen und fragen ob man denn seine Software nun auch unter der GPL vX lizenzieren dürfte
das ist nicht euer ernst, oder? So eine Rundmail mit Hinweis tuts ja auch, wer die Lizens 'versentlich' so gewählt hat wird darauf anspringen. Wer sie bewußt gewählt hat, dem ist es egal. Abgesehen davon, warum MÜSST ihr Sie überhaupt ansprechen. Der Code steht dann halt unter einer älteren Lizens.
Auch die weiteren Gründe finde sind für mich zusehr aus der Sicht des GNU Projektes und zu wenig aus der Sicht des Programmieres. Ich verstehe diese Sicht und sie mag auch Sinn machen. Ich möchte euch auch nichtmal ansatzweise verbieten, euren gehosteten Projekten dies >>> ANZURATEN <<>> ZWANG <<< und spätestens DA hört es ja wohl auf.
und bevor der "Niemand" gleich wieder mit seiner ewig gleichen leiher kommt mit §9 und so weiter. Es ist vielleicht mal EGAL. Wenn ich die GPL v2 WÄHLE, dann WÄHLE ich sie. Die Begründung kann DIR und MIR egal sein. Es ist die Entscheidung des Entwicklers und jeder hat sie zu respektieren, schließlich ist es sein Herzblut und sein "Baby".
Von Sebastian Wieseler am Do, 23. März 2006 um 21:45 #
Der Entwickeler kann ja auch die Lizenz nach seinen eigenen Ermessen wählen, nur das wir halt ihn zusätzlich bitten die Wahl der Version beim User oder anderem Programmierer zu lassen. Freiheit halt, kann man viel drüber philosophieren...
Der eigentliche Grund für GPL-vX-or-later liegt wohl darin das alle Software im GNU Projekt kompatibel zu einander sein muss, und das ist sie bei v2 zu v3 definitiv nicht mehr.
Bei nonGNU sieht die Sache natürlich schon wieder ganz anderst aus. Aber stell dir dabei eine Rundmail mal nicht so einfach vor...unsere Mailserver und (event) Mailman, würde an der "Last", die dabei entstehende würde, diese grosse Anzahl der Projekte zu "pingen", schon ganz schön zu kämpfen haben. Ausserdem landet man mit solch einer Aktion ganz schnell auf einer "Spamer"-Liste.
Und ehe jetzt einige Trolle sich wieder angesprochen fühlen. Ich repektiere jede Entscheidung über eine Lizenz und eine Version, und jede Definition für die eigene Freiheit. Es ging mir darum nochmal festzustellen warum wir unsere Policy so gewählt haben und das es doch auch Sinn macht dies zu tun, für uns und unsere Projekte.
>Der Entwickeler kann ja auch die Lizenz nach seinen eigenen Ermessen wählen....
so lange er nicht die Dienste von savannah in Anspruch nehmen will Ein Schelm der böses dabei denkt.....
>Der eigentliche Grund für GPL-vX-or-later liegt wohl darin das alle Software im GNU Projekt >kompatibel zu einander sein muss, und das ist sie bei v2 zu v3 definitiv nicht mehr.
Spätestens seit Torvalds Ankündigung den Kernel unter der GPLv2 zu belassen sollte klar sein, dass dieser Ansatz gescheitert ist
Von Sebastian Wieseler am So, 26. März 2006 um 15:38 #
Selbst wenn ein Entwickler zu Savannah geht, hat er immernoch die freie Auswahl aus ein duzend von Lizenzen, die kompatible zur GPL sein müssen. Und wenn er den FreeSoftware-Gedanken eh nicht in sich trägt, ist er bei SV eh an der falschen Stelle. Sorry.
Ich sehe erlich gesagt kein Widerspruch nur weil Linus seinen Kernel weiterhin unter der GPLv2 vertreiben will. Meine Meinung zu diesem Thema ist eine ganz andere, aber naja.
Ich sehe NICHT das ein "derivative work" entsteht, wenn eine Software auf einem Kernel läuft. Somit ist es so ziemlich egal unter welcher Lizenz LINUX steht. Aber das ist wieder ein anderes topic.... und eine "Grauzone", die die GPL einräumt mit ein wenig Spielraum.
Wo wird denn der Entwickler zu etwas gezwungen ? Der Entwickler versucht doch Gnu etwas aufzuzwingen. Alles was verlangt wird ist das Projekte die Resourcen von Gnu verwenden (Traffic, Hardware, Support...) die Regeln von Gnu befolgen. Absolut in Ordnung, du entscheidest auch selber ob Leute die zu dir nach hause kommen die Schuhe ausziehen oder nicht.
Wer das nicht kann oder will könnte ja auch bei etwas unabhängigeren und unpolitischeren Firmen wie SourceForge nachfragen, da kann man auch ne bsd Lizenz verwenden. Gezwungen wird man hier wirklich nicht.
Von Sebastian Wieseler am Fr, 24. März 2006 um 20:23 #
GNU Savannah akzeptiert auch andere Lizenzen als die GNU GPL. Da die modified BSD License von der FSF als GPL kompatibel eingestuft wurden ist, dürfte es auch keine Probleme gebe ein solches Projekt bei uns zu hosten... dies jedoch nur mal am Rande.
Das ist doch der springende Punkt. Was kann ein Entwickler dafür, dass die Urheber der GPL inkompatbile Versionen hervorbringen?
> neuere Versionen der GPL werden in dem selben "Spirit", wie alte > Versionen von der FSF abgesegnet
Wie schon an anderer Stelle hier gesagt wurde: Wie definiert man objektiv "Spirit"? Würdest Du einen Arbeitsvertrag unterschreiben, in dem steht, "das Gehalt wird entsprechend dem 'Spirit' unserer Firma zugemessen."? Das ist Wischiwaschi. Kein Anwalt gibt etwas auf den "Spirit" als Grundlage einer zukünftigen Lizenz.
> was aufjeden Fall verhindert das der Copyleft Gedanke aufgegeben wird
Das wird sich zeigen. Ich würde es an Stelle der FSF natürlich auch erstmal behaupten. In fünf Jahren erinnert sich eh niemand mehr an diese Behauptung.
> GPLv2 SourceCode kann und darf nicht in GPLv3-Projekten eingebracht werden
Siehe oben. Das ist das Problem der GPL. Als Entwickler wär mir das egal. Allerdings kommt für mich die GPL als Lizenz eh nicht in Frage. Ob mit oder ohne "any later".
> v2 und v3 Projekte können auch nicht gegeneinander gelinkt werden
Da bin ich ja mal gespannt, ob es dann demnächst reine GPL3-Linuxdistris gibt.
> daher ist es unbedingt nötig "vX or any later" zu nehmen
Es mag im Interesse der FSF liegen, dass man ihr einen Freifahrtschein ausstellt. Ob das im Interesse des Entwicklers ist, muss jeder Entwickler für sich selbst entscheiden.
> Ich hoffe mal alle Unklarheiten damit ausgeräumt zu haben...
Nein, hast Du nicht. Hatte ich aber auch nicht erwartet.
Unsere Gründe möchte ich hier nochmals kurz darlegen, obwohl sie in dem verlinken Tracker Item auch zu finden sind:
* falls man nur unter der GPL vX lizenzieren würde, müsste man bei neueren Versionen der GPL jeden einzelnen der Copyright-Holder später ansprechen und fragen ob man denn seine Software nun auch unter der GPL vX lizenzieren dürfte
* falls der ursprüngliche Autor tot ist, oder nicht mehr kontaktierbar würde der Code unter der "alten" GPL vX bleiben, und dürfte nicht in Software eingesetzt werden, die unter der "neueren" GPL vX steht; oder generelles Re-Licensind würde nicht mehr möglich sein
* GPLv3 und GPLv2 werden inkompatibel sein
* neuere Versionen der GPL werden in dem selben "Spirit", wie alte Versionen von der FSF abgesegnet; was aufjeden Fall verhindert das der Copyleft Gedanke aufgegeben wird - das heisst die FSF hat auch nicht ubegrensten Spielraum was neure GPL-Versionen betrifft
* GPLv2 SourceCode kann und darf nicht in GPLv3-Projekten eingebracht werden, und v2 und v3 Projekte können auch nicht gegeneinander gelinkt werden (wegen der Inkompatibilität von v2 und v3) - daher ist es unbedingt nötig "vX or any later" zu nehmen, und sich nicht auf eine bestimmte Version einzuschiessen.
Ich hoffe mal alle Unklarheiten damit ausgeräumt zu haben...
Mit freundlichen Grüssen
Sebastian Wieseler
Wenn sich ein Entwickler nun wissentlich für die GPL vX entscheidet, ist das letztlich die Sache des Entwicklers.
> falls man nur unter der GPL vX lizenzieren würde, müsste man bei neueren Versionen der GPL jeden einzelnen der Copyright-Holder später ansprechen und fragen ob man denn seine Software nun auch unter der GPL vX lizenzieren dürfte
das ist nicht euer ernst, oder? So eine Rundmail mit Hinweis tuts ja auch, wer die Lizens 'versentlich' so gewählt hat wird darauf anspringen. Wer sie bewußt gewählt hat, dem ist es egal. Abgesehen davon, warum MÜSST ihr Sie überhaupt ansprechen. Der Code steht dann halt unter einer älteren Lizens.
Auch die weiteren Gründe finde sind für mich zusehr aus der Sicht des GNU Projektes und zu wenig aus der Sicht des Programmieres. Ich verstehe diese Sicht und sie mag auch Sinn machen. Ich möchte euch auch nichtmal ansatzweise verbieten, euren gehosteten Projekten dies >>> ANZURATEN <<>> ZWANG <<< und spätestens DA hört es ja wohl auf.
und bevor der "Niemand" gleich wieder mit seiner ewig gleichen leiher kommt mit §9 und so weiter. Es ist vielleicht mal EGAL. Wenn ich die GPL v2 WÄHLE, dann WÄHLE ich sie. Die Begründung kann DIR und MIR egal sein. Es ist die Entscheidung des Entwicklers und jeder hat sie zu respektieren, schließlich ist es sein Herzblut und sein "Baby".
Der eigentliche Grund für GPL-vX-or-later liegt wohl darin das alle Software im GNU Projekt kompatibel zu einander sein muss, und das ist sie bei v2 zu v3 definitiv nicht mehr.
Bei nonGNU sieht die Sache natürlich schon wieder ganz anderst aus. Aber stell dir dabei eine Rundmail mal nicht so einfach vor...unsere Mailserver und (event) Mailman, würde an der "Last", die dabei entstehende würde, diese grosse Anzahl der Projekte zu "pingen", schon ganz schön zu kämpfen haben. Ausserdem landet man mit solch einer Aktion ganz schnell auf einer "Spamer"-Liste.
Und ehe jetzt einige Trolle sich wieder angesprochen fühlen. Ich repektiere jede Entscheidung über eine Lizenz und eine Version, und jede Definition für die eigene Freiheit. Es ging mir darum nochmal festzustellen warum wir unsere Policy so gewählt haben und das es doch auch Sinn macht dies zu tun, für uns und unsere Projekte.
Sebastian Wieseler
so lange er nicht die Dienste von savannah in Anspruch nehmen will
Ein Schelm der böses dabei denkt.....
>Der eigentliche Grund für GPL-vX-or-later liegt wohl darin das alle Software im GNU Projekt
>kompatibel zu einander sein muss, und das ist sie bei v2 zu v3 definitiv nicht mehr.
Spätestens seit Torvalds Ankündigung den Kernel unter der GPLv2 zu belassen sollte klar sein, dass dieser Ansatz gescheitert ist
Und wenn er den FreeSoftware-Gedanken eh nicht in sich trägt, ist er bei SV eh an der falschen Stelle. Sorry.
Ich sehe erlich gesagt kein Widerspruch nur weil Linus seinen Kernel weiterhin unter der GPLv2 vertreiben will. Meine Meinung zu diesem Thema ist eine ganz andere, aber naja.
Ich sehe NICHT das ein "derivative work" entsteht, wenn eine Software auf einem Kernel läuft. Somit ist es so ziemlich egal unter welcher Lizenz LINUX steht. Aber das ist wieder ein anderes topic.... und eine "Grauzone", die die GPL einräumt mit ein wenig Spielraum.
Sebastian Wieseler - blog.kickino.org
Wer das nicht kann oder will könnte ja auch bei etwas unabhängigeren und unpolitischeren Firmen wie SourceForge nachfragen, da kann man auch ne bsd Lizenz verwenden. Gezwungen wird man hier wirklich nicht.
Felix
dies jedoch nur mal am Rande.
Sebastian Wieseler
Dank und Gruß, Felix
Das ist doch der springende Punkt. Was kann ein Entwickler dafür, dass die Urheber der GPL inkompatbile Versionen hervorbringen?
> neuere Versionen der GPL werden in dem selben "Spirit", wie alte
> Versionen von der FSF abgesegnet
Wie schon an anderer Stelle hier gesagt wurde: Wie definiert man objektiv "Spirit"? Würdest Du einen Arbeitsvertrag unterschreiben, in dem steht, "das Gehalt wird entsprechend dem 'Spirit' unserer Firma zugemessen."? Das ist Wischiwaschi. Kein Anwalt gibt etwas auf den "Spirit" als Grundlage einer zukünftigen Lizenz.
> was aufjeden Fall verhindert das der Copyleft Gedanke aufgegeben wird
Das wird sich zeigen. Ich würde es an Stelle der FSF natürlich auch erstmal behaupten. In fünf Jahren erinnert sich eh niemand mehr an diese Behauptung.
> GPLv2 SourceCode kann und darf nicht in GPLv3-Projekten eingebracht werden
Siehe oben. Das ist das Problem der GPL. Als Entwickler wär mir das egal. Allerdings kommt für mich die GPL als Lizenz eh nicht in Frage. Ob mit oder ohne "any later".
> v2 und v3 Projekte können auch nicht gegeneinander gelinkt werden
Da bin ich ja mal gespannt, ob es dann demnächst reine GPL3-Linuxdistris gibt.
> daher ist es unbedingt nötig "vX or any later" zu nehmen
Es mag im Interesse der FSF liegen, dass man ihr einen Freifahrtschein ausstellt. Ob das im Interesse des Entwicklers ist, muss jeder Entwickler für sich selbst entscheiden.
> Ich hoffe mal alle Unklarheiten damit ausgeräumt zu haben...
Nein, hast Du nicht. Hatte ich aber auch nicht erwartet.
Ups.
Da der Kernel ja laut Linus unter GPLv2 bleibt, muss sich die FSF wohl mit Hurd beeilen.
Da bin ich ja mal gespannt.