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Di, 28. März 2006, 10:25

Gesellschaft::Politik/Recht

»Die Lobbyschlacht um Softwarepatente« als Buch

Florian Müller, der Gründer der Kampagne NoSoftwarePatents.com, hat sein Buch »Die Lobbyschlacht um Softwarepatente« angekündigt, das im Mai auf Deutsch und Englisch erscheinen wird.

Vorbestellungen für das rund 380 Seiten umfassende Buch, das in Müllers eigenem Verlag »SWM Software-Marketing GmbH« erscheinen wird, werden ab sofort auf der Homepage des Autors entgegengenommen. Der Preis beträgt 29,95 EUR.

Pro-Linux konnte sich bereits in einem Vorab-Exemplar ein Bild über das Buch machen. Hervorzuheben ist die Darstellung der Geschehnisse, die notwendigerweise subjektiv, aber stets sachlich bleibt. Müller verzichtet auf Angriffe oder Schuldzuweisungen. Er schildert die Ereignisse in dem politischen Verfahren, das im Juli 2005 mit dem klaren Votum des Europäischen Parlaments gegen die EU-Softwarepatent-Richtlinie endete. Die Erzählung ist weitgehend chronologisch und umfasst nur wenig mehr als ein Jahr, von dem Zeitpunkt im Jahr 2004, an dem Müller in die Lobbyarbeit eintrat, bis zur entscheidenden zweiten Lesung des Parlaments.

Juristische Einzelheiten wurden aus dem Werk weitgehend herausgehalten. Die Hintergründe der Direktive und die zu erwartenden Auswirkungen von Softwarepatenten werden dennoch ausführlich und auch für Laien verständlich erläutert. Viel Raum nimmt auch die Erklärung der Entscheidungswege und der diplomatischen Gepflogenheiten in der EU ein.

»Die Lobbyschlacht um Softwarepatente« enthält zahlreiche Anekdoten und liefert Einblicke in die Methoden von Lobbyisten und Aktivisten. Dabei hebt Müller die Rolle der Aktivisten des FFII e.V. besonders hervor, die Kontakte bis in höchste Regierungskreise geknüpft hatten. Müller brachte zusätzliche Firmenkontakte ein, konnte selbst als Unternehmer auftreten und sorgte auch in der Presse für Wirbel. Diese Arbeit führte letzlich dazu, dass diese kleine Gruppe den personell und finanziell stärkeren Lobbyabteilungen von Microsoft, SAP, Siemens und anderen Konzernen die Grenzen des Lobbyismus aufzeigte.

Ein Interesse an der Frage der Softwarepatente oder den Abläufen in der EU ist Voraussetzung, um das Buch zu lesen. Ein Probekapitel, das die Hintergründe der Krise um das Münchner Linux-Migrationsprojekt im Sommer 2004 schildert, ist verfügbar. Florian Müller äußert in seinem Vorwort die Hoffnung, sein Buch werde viele motivieren, sich gegen Softwarepatente und in vergleichbaren Fragen zu betätigen: »Eine perfekte Demokratie gibt es nicht, doch das ist keine Ausrede dafür, sich nicht zu engagieren.«

Zeitgleich zur deutschen wird die ebenfalls von Florian Müller geschriebene englische Ausgabe »No Lobbyists As Such« erscheinen. Der Titel spielt auf die Passage »Software als solche« in der Europäischen Patentübereinkunft an, in der die Worte »als solche« die Hintertür darstellen, durch die die Patentämter Softwarepatente zulassen.

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Kommentare (Insgesamt: 14 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Gähn! (Gödel Knallerbse, Mi, 29. März 2006)
Re: FM kam spät, hat aber dafür viel Schaden anger (Stephan, Mi, 29. März 2006)
Re: FM kam spät, hat aber dafür viel Schaden anger (Neidprüfer, Mi, 29. März 2006)
Re[3]: Ein eBook waer toll (2old4these, Di, 28. März 2006)
FM kam spät, hat aber dafür viel Schaden angericht (Faktenprüfer, Di, 28. März 2006)
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