Erinnert mich an meine Anfangszeit an der Uni. Da erzählten uns die älteren Semester auch immer was von den Klischeebildern der "Nerds" vs. "Techies". Scheint ja was dran gewesen zu sein...
wird von unsicheren Chefs für Verhalten benutzt, das sie als potentiell bedrohlich für ihr kleines Reich empfinden. Unsichere Regime (also jede größere Organisation) sichern ihr Bestehen durch Uniformität. Keiner darf aus der Reihe tanzen, alle müssen sich normkonform verhalten.
So funktioniert das aber mit kreativen Leuten nicht. Kreative Leute zeichnen sich eben gerade dadurch aus, dass sie anders denken, fühlen und handeln als die, die lieber im Strom mitschwimmen. Software von Schlipsträgern entwickeln zu lassen wird daher immer schiefgehen, da helfen keine Prozessverbesserungsprogramme und kein ISO9000. (nagut, in einer Firma von Blaumann-Trägern könnte es funktionieren) Selbst wenn was brauchbares dabei rauskommt, wir es immer ein furchtbar langweilliges Produkt sein, das keiner haben will.
Im Verkauf sieht das anders aus, die Verkäufer sind auch sehr kreativ darin, den Kunden zu beeindrucken. Das kann man natürlich auch mit äußerst gepflegtem Auftreten tun. Mit Uniformität hat das Schlipstragen da aber weniger zu tun, sonst der deutlich Hang zu extravaganter Kleidung bei Verkäufern auch nicht zu erklären.
Die einzigen, die uniforme Kleidung und uniformes Auftreten wirklich brauchen sind also die Bosse, die damit ihr Revier markieren.
> So gebe freie Software eine unprofessionelles Erscheinungsbild ab, > was manche mögliche Anwender abschrecke. Ich als OS-Programmierer freue mich zwar, wenn es Leute gibt, die meine Programme benutzen. Da ich damit aber eh nix verdiene, ist es mir egal, ob noch-nicht-Anwender weiterhin nicht-Anwender bleiben. Open Source muss sich nicht verkaufen.
Das ist doch nur der Versuch von den großen, kommerziellen Software-Entwickler-Firmen, die Entwicklung von Open-Source auszubremsen, in dem sie die Entwickler mit Krawatten-Binden und Hemden-Bügeln aufhalten.
Wenn ich mir so Freaks wie Stallman oder Cox anschaue... Denen würde es sicherlich auch privat ganz gut tun etwas mehr Stil an den Tag zu legen, dann klappts villeicht auch mit den Frauen: http://www.stallman.org/extra/personal.html
... gesehen, in denen die Leute mit Krawatte und Anzug herumsitzen. Das wird meist nur vor dem Aussteigen auf dem Parkplatz des Kunden schnell übergezogen und nach dem Besuch fliegt es genau so schnell wieder in die Ecke.
Im Übrigen stimmt es schon: Die genialsten Leute brauchen sich am wenigsten um gute Kleidung kümmern. Sehr oft wird unter schöner Kleidung nur die Unfähigkeit des Trägers versteckt.
Die bisherige Diskussion hier ging meist nur über Verlottert gegen Spießig. Was aber wohl ganz vergessen wird ist einfach nur das individuelle Auftreten - jeder hat seinen Stil, der zu ihm passt, und es wirkt lächerlich wenn er einen anderen an den Tag legt. Sei es, weil er mit dem anderen Stil einfach lächerlich rüberkommt, oder, weil er sich einfach nicht wohl fühlt mit diesem Stil und so niemals nicht Selbstvertrauen und Kompetenz ausstrahlen kann.
Sich von jemanden in ein Outfit pressen zu lassen, nur weil es "den Normen" entspricht ist quatsch.
Ich selbst, lieber ein bisschen lockerer und alternativer gekleidet, bin in letzter Zeit schon häufiger in Situationen gekommen in denen ich einfach kompetent wirken musste. Ich hab das aber nicht erreicht indem ich mich in in Kleidung gesteckt habe die den "Normen" entsprach, sondern dadurch, mich in individuelle Kleidung zu stecken, die gepflegt, aber dennoch individuell aussah - Ich fühlte mich dadurch kompetent, gepflegt, und was am allerwichtigsten ist: Ich verrate mich nich selbst. Das ist das wichtigste.
Was hat die Fussbekleidung mit Professionalität zu tun? Ist jemand z.B. ein schlechterer oder besserer Programmierer, je nachdem, was er/sie an den Füssen trägt? Und daraus folgte dann: ist man mal barfuss, kann man wohl nur mehr die Bild-Zeitung verstehen - oder Fox-News, um in Übersee zu bleiben
Oder hat Mr. Quinn ein persönliches Problem mit Sandalen? Die können, je nach Wetterlage, durchaus passender als Schuhe sein.
Nein, was der (nicht so) gute Mann meint, und natürlich nicht aussprechen will, ist "Konformismus" - geht gefälligst konform, so wie es sich gehört!
Ob das aber das richtige ist wenn Linus Torvalds, der ja nun wirklich auf dem Boden der Tatsachen steht, nur das gemacht hätte, was sich gehört, würde er wahrscheinlich schon ewig bei Microsoft arbeiten - und ziemlich frustriert sein, schätze ich mal
Denn meiner Erfahrung nach treten vor allem die unseriösen Personen mit Schlipps und Kragen auf, wohingegen ich bisher wenige unseriöse Sandalenträger kennengelernt habe... Meine Erfahrung: Je weniger der Mensch auf Konventionen wie Krawatte und Nadelstreifen legt um so sicherer ist die vorgegebene Seriösität auch echt...
Von Neuer Programmierer am Mi, 29. März 2006 um 19:27 #
Also ich versten das echt nicht,wenn ich demnähst erst mal selbst so weit bin eine Distri zu basteln,dann ist das doch nicht mein Problem,ob Firmen das installieren. Ich finde,wenn kaviersabernde,arrogannte Manager meinen GNU-Programmierer wegen Kleidung,Friesur,Nationalität,Farbe,Alter,etc. minderachten zu müssen,dann finde ich es gut,dass die sich und ihre Firmen durch nicht anwenden bestrafen.
Hallo Leute, ich habe jetzt zwar nicht alle Kommentare genau gelesen würde euch aber gerne 2 persönliche Erfahrungen zum Thema "Bekleidung" und dem vor kurzem behandeltem Thema "Behinderte gegen ODF" schildern.
Vorige Woche war ich auf einer Messe bei der unter anderem eine Firma aus New York und eine aus Florenz anwesend war. Die Amis sind dabei alle mit Anzug und Krawatte aufmarschiert und waren zusätzlich leicht an der Anstecknadel mit der US-Flagge identifizierbar. Die Italiener waren zwar nicht immer rasiert und individueller aber dabei niemals geschmacklos angezogen. Egal ob Anzug oder T-Shirt - guten Geschmack kann man nicht kaufen aber vielleicht sollte man einfach öfters OS-Treffen in Italien abhalten
Noch schnell ein Nachtrag zur Diskussion um Behinderte und ODF: Ich war heute in der Wiener Stadthalle bei der Ausstellung "Dialog im Dunkeln". Man wird dabei von einem Blinden durch eine völlig dunkle Umgebung geführt und erlebt dabei verschiedene Situationen, zB. die Überquerung einer Strasse, eine Busfahrt und einen Lokalbesuch. Das Ganze dauert ca. 60 min und ist eine unglaubliche Erfahrung. Was Blinde im realen Leben, ohne Führer und mit realen Gefahren, leisten müssen ist echt ein Wahnsinn. Wer das erlebt hat sieht die Ängste dieser Gruppe garantiert aus einem anderen Blickwinkel. http://www.dialogimdunkeln.at/
http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Goebbels02.jpg
Gruß, die Tendenz
So funktioniert das aber mit kreativen Leuten nicht. Kreative Leute zeichnen sich eben gerade dadurch aus, dass sie anders denken, fühlen und handeln als die, die lieber im Strom mitschwimmen. Software von Schlipsträgern entwickeln zu lassen wird daher immer schiefgehen, da helfen keine Prozessverbesserungsprogramme und kein ISO9000. (nagut, in einer Firma von Blaumann-Trägern könnte es funktionieren) Selbst wenn was brauchbares dabei rauskommt, wir es immer ein furchtbar langweilliges Produkt sein, das keiner haben will.
Im Verkauf sieht das anders aus, die Verkäufer sind auch sehr kreativ darin, den Kunden zu beeindrucken. Das kann man natürlich auch mit äußerst gepflegtem Auftreten tun. Mit Uniformität hat das Schlipstragen da aber weniger zu tun, sonst der deutlich Hang zu extravaganter Kleidung bei Verkäufern auch nicht zu erklären.
Die einzigen, die uniforme Kleidung und uniformes Auftreten wirklich brauchen sind also die Bosse, die damit ihr Revier markieren.
Wer sich danach richtet hat eben pech ...
> was manche mögliche Anwender abschrecke.
Ich als OS-Programmierer freue mich zwar, wenn es Leute gibt, die meine Programme benutzen. Da ich damit aber eh nix verdiene, ist es mir egal, ob noch-nicht-Anwender weiterhin nicht-Anwender bleiben.
Open Source muss sich nicht verkaufen.
Denen würde es sicherlich auch privat ganz gut tun etwas mehr Stil an den Tag zu legen, dann klappts villeicht auch mit den Frauen:
http://www.stallman.org/extra/personal.html
Im Übrigen stimmt es schon: Die genialsten Leute brauchen sich am wenigsten um gute Kleidung kümmern. Sehr oft wird unter schöner Kleidung nur die Unfähigkeit des Trägers versteckt.
ich kann mich an Bilder aus dem Spiegel erinnern, die MS Entwickler und deren "Saubere" Büros zeigte
Da wird einem echt anders, ob wirklich eine Beziehung zwischen Code und Umfeld und eigener Erscheinung besteht?
Tante Frieda
Sich von jemanden in ein Outfit pressen zu lassen, nur weil es "den Normen" entspricht ist quatsch.
Ich selbst, lieber ein bisschen lockerer und alternativer gekleidet, bin in letzter Zeit schon häufiger in Situationen gekommen in denen ich einfach kompetent wirken musste. Ich hab das aber nicht erreicht indem ich mich in in Kleidung gesteckt habe die den "Normen" entsprach, sondern dadurch, mich in individuelle Kleidung zu stecken, die gepflegt, aber dennoch individuell aussah - Ich fühlte mich dadurch kompetent, gepflegt, und was am allerwichtigsten ist: Ich verrate mich nich selbst. Das ist das wichtigste.
Ist jemand z.B. ein schlechterer oder besserer Programmierer, je nachdem, was er/sie an den Füssen trägt? Und daraus folgte dann: ist man mal barfuss, kann man wohl nur mehr die Bild-Zeitung verstehen - oder Fox-News, um in Übersee zu bleiben
Oder hat Mr. Quinn ein persönliches Problem mit Sandalen?
Die können, je nach Wetterlage, durchaus passender als Schuhe sein.
Nein, was der (nicht so) gute Mann meint, und natürlich nicht aussprechen will, ist "Konformismus" - geht gefälligst konform, so wie es sich gehört!
Ob das aber das richtige ist wenn Linus Torvalds, der ja nun wirklich auf dem Boden der Tatsachen steht, nur das gemacht hätte, was sich gehört, würde er wahrscheinlich schon ewig bei Microsoft arbeiten - und ziemlich frustriert sein, schätze ich mal
und deshalb schließt er jetzt von sich auf andere?
Meine Erfahrung: Je weniger der Mensch auf Konventionen wie Krawatte und Nadelstreifen legt um so sicherer ist die vorgegebene Seriösität auch echt...
eine Distri zu basteln,dann ist das doch nicht mein Problem,ob Firmen das installieren.
Ich finde,wenn kaviersabernde,arrogannte Manager meinen GNU-Programmierer wegen
Kleidung,Friesur,Nationalität,Farbe,Alter,etc. minderachten zu müssen,dann
finde ich es gut,dass die sich und ihre Firmen durch nicht anwenden bestrafen.
ich habe jetzt zwar nicht alle Kommentare genau gelesen würde euch aber gerne 2 persönliche Erfahrungen zum Thema "Bekleidung" und dem vor kurzem behandeltem Thema "Behinderte gegen ODF" schildern.
Vorige Woche war ich auf einer Messe bei der unter anderem eine Firma aus New York und eine aus Florenz anwesend war. Die Amis sind dabei alle mit Anzug und Krawatte aufmarschiert und waren zusätzlich leicht an der Anstecknadel mit der US-Flagge identifizierbar. Die Italiener waren zwar nicht immer rasiert und individueller aber dabei niemals geschmacklos angezogen.
Egal ob Anzug oder T-Shirt - guten Geschmack kann man nicht kaufen aber vielleicht sollte man einfach öfters OS-Treffen in Italien abhalten
Noch schnell ein Nachtrag zur Diskussion um Behinderte und ODF:
Ich war heute in der Wiener Stadthalle bei der Ausstellung "Dialog im Dunkeln". Man wird dabei von einem Blinden durch eine völlig dunkle Umgebung geführt und erlebt dabei verschiedene Situationen, zB. die Überquerung einer Strasse, eine Busfahrt und einen Lokalbesuch. Das Ganze dauert ca. 60 min und ist eine unglaubliche Erfahrung. Was Blinde im realen Leben, ohne Führer und mit realen Gefahren, leisten müssen ist echt ein Wahnsinn. Wer das erlebt hat sieht die Ängste dieser Gruppe garantiert aus einem anderen Blickwinkel.
http://www.dialogimdunkeln.at/
Gruß
santiago