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Mi, 29. März 2006, 10:06

Software::Distributionen::BSD::OpenBSD

Theo de Raadt über OpenBSD 3.9, Blobs und Geld

NewsForge hat ein Interview mit Theo de Raadt über die aktuellen Entwicklungen bei OpenBSD und die bevorstehende Version 3.9 geführt.

Mehr als zehn Jahre ist Theo de Raadt bereits Projektleiter von OpenBSD. Während anfangs rund vierzig Entwickler an OpenBSD arbeiteten, sollen es jetzt etwa achtzig sein. Viele weitere Beiträge zu OpenBSD kommen jedoch von außerhalb.

Nach wie vor sind die Entwickler »fanatisch« darauf aus, das System sicherer zu machen. Wenn irgendwo ein Fehler gefunden wird, wird der gesamte Code untersucht, um ähnliche Fehler an anderen Stellen auch gleich zu beseitigen. Wichtig sind dem Projekt auch Maßnahmen, die Sicherheitsprobleme schwerer ausnutzbar machen, wie der Stackschutz oder das Vermeiden von voraussagbaren Speicheradressen.

Das am 1. Mai erscheinende OpenBSD 3.9 wird einige Neuerungen bringen. Erstmals werden Hardware-Sensoren unterstützt, ein Analog zum lm-sensors-Framework in Linux. Während jedoch lm-sensors in kaum einer Distribution gut integriert ist und meist Handarbeit erfordert, sollen die Sensoren in OpenBSD automatisch funktionieren.

Sehr verwundert zeigt sich de Raadt über einige deutsche Linux-Entwickler, die einen freien Treiber für den Nvidia nForce MCP Ethernet-Adapter (NFE) entwickelten, aber nach Aufforderung von Nvidia einstellten. Sie weigerten sich, mit OpenBSD zu kooperieren. So mussten OpenBSD-Entwickler selbst Reverse Engineering betreiben und OpenBSD besitzt nun einen freien und »sehr sauber« geschriebenen Treiber, der wesentlich kleiner als der proprietäre Treiber von Nvidia ist. Linux-Anwender müssen weiterhin den binären Treiber von Nvidia benutzen. Wohl aus diesem Grund wurde der offizielle Song zu OpenBSD 3.9 »Blob!« betitelt.

OpenBSD arbeitet weiter daran, freie Firmware und freie Dokumentation für jede Hardware zu bekommen. Es gibt laut de Raadt keinen guten Grund für die Hersteller, diese Dokumentation nicht zu liefern: »Alle angegebenen Gründe sind Lügen.« Allerdings steigt die Zahl der Hardware-Hersteller, die freiwillig Hardware und freien Treibercode für OpenBSD liefern, vor allem aus Asien, während die amerikanischen Firmen besonders unkooperativ sind. Sorgen macht ihm das nicht, da 99% aller Produkte aus Asien kommen.

Sorgen bereitet eher die finanzielle Situation des Projektes. Die Einnahmen aus den CD-Verkäufen sind rückläufig, der Traffic auf den Servern steigt. In dieser Situation sind Spenden für das Projekt am wertvollsten, da sie steuerfrei sind. Spenden würde sich des Projekt auch von Firmen wünschen, besonders von denen, die OpenSSH nutzen und davon profitieren. »Nicht einen Cent« davon haben die OpenSSH-Entwickler davon je erhalten. Zwar wurde OpenSSH nicht entwickelt, um Geld zu verdienen, dennoch zeigt sich de Raadt bitter enttäuscht.

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Kommentare (Insgesamt: 61 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: Theo de Raadt ist genial (ningo, Do, 20. April 2006)
Re[3]: Steuerfreie Spenden (einem stadtbekannten Unixer, Fr, 31. März 2006)
Erstmals werden Hardware-Sensoren unterstützt... (xyz, Do, 30. März 2006)
Re[2]: Steuerfreie Spenden (SierraX, Do, 30. März 2006)
Re: Steuerfreie Spenden (man-draker, Do, 30. März 2006)
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