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Mi, 5. April 2006, 15:04

Negroponte: »Linux ist zu fett«

Auf der Kongressmesse Linux World in Boston hat der frühere MIT-Forscher und Initiator des Projektes »One Laptop Per Child«, Nicholas Negroponte, die ständig wachsende Größe von Linux beklagt.

media.mit.edu

Laut Negroponte sei Linux bereits weit weg davon, was es früher einmal war. Das System sei »fett«. »Die Entwickler denken einfach nicht an schlanke, schnelle Systeme,« beklagte Negroponte in seiner Rede. Demnach sei Linux mittlerweile mit sehr fettleibigen Personen zu vergleichen, die die meiste Energie dafür aufbringen, ihr Fett herumzutragen. »Linux bildet da keine Ausnahme«, sagte Negroponte. Das System sei bereits so »fettleibig« wie Windows, erklärte der Initiator des Projektes »One Laptop Per Child«.

Negroponte hatte das Projekt bereits im Januar des vergangenen Jahres beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos angekündigt. Ende 2005 wurde das Vorhaben konkreter. Potentielle Partner-Länder (Ägypten, Brasilien, China, Südafrika und Thailand) und detaillierte Vorstellungen über technische Details wurden nun bekannt gegeben. Nun gab Negroponte auf Linux World weitere Details des Laptops bekannt.

Die Elektronik soll weiterhin weniger als 2 Watt verbrauchen. Abstand genommen hat das Projekt allerdings von der geplanten Kurbel zum Aufladen der Akkus. Die dadurch einwirkenden Kräfte könnten zu stark werden und das Gerät beschädigen. Stattdessen soll es für die Stromerzeugung nun eine alternative Lösung geben. Wie diese aussehen wird, gab Negroponte nicht bekannt. Ob statt der ursprünglich geplanten 500 MByte Flash-Speicher nun eine Festplatte vorgesehen ist, sagte Negroponte ebenfalls nicht. Klar ist auf jeden Fall, dass der Bildschirm wie bisher 7 Zoll Durchmesser aufweisen soll.

Negroponte musste inzwischen auch die Idee verwerfen, ein 100-Dollar- Laptop auszuliefern. Wie der er eingestehen musste, werden die Kosten des Laptops anfänglich um die 135 Dollar liegen. Bis 2010 will man allerdings den Preis unter 50 Dollar drücken. Für die Entwicklung des Gerätes sowie die erste Produktion konnte die Organisation bisher 29 Millionen USD sammeln.

In seiner Rede verteidigte Negroponte das Projekt gegenüber Microsoft. Microsoft-Gründer Bill Gates hatte den 100-Dollar-Laptop kürzlich als zu schwachbrüstig kritisiert. Negroponte wies die Kritik zurück und betonte, dass es sich bei dem neuen Rechner um ein schlankes und schnelles Gerät handelt. Die Schmähungen seien für ihn darüber hinaus nicht verständlich. »Wir sprechen dauernd mit Microsoft. Wir schicken ihnen unsere Entwicklungs-Boards. Sie werden dafür eine Windows-CE-Version machen. Was soll das also, mich öffentlich zu kritisieren?«

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