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Di, 11. April 2006, 13:20

Gesellschaft::Politik/Recht

RealNetworks: »DRM oder Tod«

Laut Jeff Ayars, Vizepräsident von RealNetworks, ist Linux gezwungen, DRM zu implementieren, oder das System wird im Consumer-Bereich keine Rolle spielen.

Digital Rights Management (DRM) ist, dank der strikten GNU GPLv3 und des Verbots von DRM in GPL-Applikationen, in aller Munde. Während Richard M. Stallman (RMS) vehement gegen DRM kämpft und ein Verbot der Funktionalität in GPLv3-Applikationen vorzieht (»DRM sollte gesetzlich verboten werden«), befürwortet der Linux-Schöpfer Linus Torvalds DRM. »Es ist nur eine Technologie«, verteidigt der Programmierer DRM.

Nun schaltete sich auch der Vizepräsident von RealNetworks, Jeff Ayars, in die Diskussion ein. Wie der Manager in einem Interview auf der LinuxWorld in Boston sagte, ist Linux gezwungen, DRM zu implementieren. Sollte die Community weiterhin die Technologie missachten, wird das Betriebssystem nachhaltig geschädigt. Laut Ayars wird Linux dadurch komplett aus dem Consumer-Bereich ausgeschlossen. Die Konsequenz - Consumer-Elektronik-Geräte und Windows-PCs werden die Domäne des Home-Entertainment besetzen. »Linux würde dazu degradiert werden, seine Daseinsberechtigung in Servern und Business-Rechnern zu fristen«, sagte Ayars. Dem System würden schlicht die Multimedia-Technologien fehlen, die vom Kunden verlangt werden.

Wie der Manager weiter anmerkte, implementiert Micrososft Windows Vista eine Reihe von DRM-Technologien wie den Protected Media Path (PMP), Protected Video Path (PVP) und Protected User Mode Audio (PUMA). Ziel der Technologie ist es, dass Programme nicht mehr in der Lage sein sollen, aus den sicheren Kanälen Daten zu »entwenden«. Der PVP verschlüsselt zum Beispiel die Datentransfers zur Grafikkarte auf dem PCI-Express-Port. Auch die Ausgänge des PCs werden in das Schutzkonzept einbezogen. »Ich würde es gerne sehen, dass Linux auch so etwas machen kann«, so Ayars.

Ähnlich sehen die Lage auch andere Manager. So kündigte Tom Welch, CTO des Distributors Linspire, an, DRM grundsätzlich unterstützen zu wollen. Zwar habe der Hersteller noch keine Implementierung in die eigenen Produkte eingebunden, werde es aber nachholen, sobald dafür Bedarf besteht. »Wenn jemand mit einem OpenSource-DRM kommen sollte, werden wir dahinter stehen«, so Welch. Die großen Linux-Distributoren Novell und Red Hat zeigen sich dagegen diplomatischer. Während Novell eine Unterstützung von DRM noch nicht in Erwägung gezogen hat, äußerte sich Red Hat zu diesem Thema nicht.

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