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Do, 27. April 2006, 13:22

Unternehmen

FSFE: »Microsoft Hindernis für Innovationen«

Das Samba-Projekt und die Free Software Foundation Europe wundern sich über die Unfähigkeit, die Microsoft im EU-Monopolverfahren zur Schau stellt.

Im derzeit laufenden Monopolverfahren von dem Europäischen Gerichtshof sind Samba und die Free Software Foundation Europe (FSFE) als Beobachter und Zeugen zugegen. Andrew Tridgell, Präsident und Gründer des Samba-Teams, zeigte im Namen der FSFE auf, wie die mangelnde Offenlegung der Schnittstellen von Microsoft sein Team behindere. Durch die Behinderung der Konkurrenz könne Microsoft überzogene Preise verlangen, zum Schaden von Unternehmen und Behörden, die auf entsprechende Software angewiesen sind. Das Bereitstellen von Interoperabilitäts-Informationen für alle, auch Konkurrenten, sei gängige Praxis in der Industrie. Nur Microsoft war nach angeblich 35.000 Personenstunden Arbeit nicht in der Lage, entsprechende Dokumentation bereitzustellen.

Laut Tridgell stellt Microsoft die Forderung nach Dokumentation so dar, als würde die Herausgabe des Quellcodes verlangt. Das sei absurd. Das Samba-Team will die Schnittstellendokumentation, die in Interface Definition Language (IDL)-Dateien enthalten ist. Diese Dateien würden auf eine Diskette passen. In den letzten sechs Jahren hat Samba durch Reverse Engineering solcher IDL-Dateien mit einem Umfang von etwa 13.000 Zeilen erstellt. Auf dieser Basis schätzt das Team den Umfang der gesamten Schnittstellen zu Active Directory auf 30.000 Zeilen.

Carlo Piana, Rechtsanwalt der FSFE, ist der Ansicht, dass es heute Geräte mit Active-Directory-Anbindung auf Samba-Basis für weniger als 100 EUR geben könnte, wenn Microsoft die Informationen, die die Europäische Kommission verlangt hatte, sofort geliefert hätte. Er denkt dabei an eingebettete Geräte wie Router und ähnliches.

So hat, so Piana weiter, der Versuch von Microsoft, sein Monopol über den Desktop hinaus auf andere Bereiche auszudehnen, die Anwender bereits einen hohen Preis gekostet. Georg Greve, der Präsident der FSFE, hat jedenfalls genug. Microsoft behaupte, selbst nicht zu wissen, was in den ausgelieferten Produkten läuft. Es sollte aufhören, mit der Kommission Spiele zu spielen und die Hindernisse für Innovationen beseitigen.

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