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Sa, 6. Mai 2006, 15:29

Software::Distributionen::Canonical

Ubuntu als Motor der freien Software?

In seiner Keynote auf dem LinuxTag in Wiesbaden erläuterte Mark Shuttleworth, der Gründer von Ubuntu Linux, wie die Distribution seiner Ansicht nach liefert, was freie Software verspricht.

Mark Shuttleworth bei seiner Keynote

Mirko Lindner

Mark Shuttleworth bei seiner Keynote

Der nach eigenen Angaben »Chef-Träumer von Ubuntu« hielt den wohl bestbesuchten Vortrag des diesjährigen LinuxTages. Über 300 Besucher lauschten seinen Ausführungen in dem überfüllten Saal. Mark Shuttleworth bezeichnete den LinuxTag als das Epizentrum der freien Software-Welt und ist der Ansicht, dass Ubuntu genau das liefert, was die Free Software Foundation (FSF) und andere seit zwanzig und mehr Jahren anstreben. Ubuntu wird eine neue Ökonomie und eine neue Kultur hervorbringen, gibt sich der Visionär optimistisch.

»Linux ist bereit für den Desktop«, ist Shuttleworth überzeugt. »Für einige Leute jedenfalls.« Viele benötigen nur grundlegende Anwendungen, die unter Linux mindestens genauso gut funktionieren wie unter Windows. Wenn es heute noch Argumente für Windows oder Mac OS X gibt, werden diese im Lauf der Zeit an Bedeutung verlieren.

Shuttleworth präsentierte die Ziele von Ubuntu und den aktuellen Status, die aus anderen Nachrichten bereits hinlänglich bekannt sind. KDE wird in der neuen Version von Ubuntu, »Dapper Drake«, die am 1. Juni veröffentlicht wird, gleichberechtigt neben GNOME stehen, ebenso wie Xubuntu. Um dies zu demonstieren, entledigte er sich an dieser Stelle seines Jacketts und öffnete sein Hemd, um ein T-Shirt mit dem KDE-Logo zu präsentieren, das er darunter trug. Sowohl KDE als auch GNOME werden in Ubuntu weiter entwickelt, wobei er auch viel Kooperation erwartet.

Der Zertifizierung wird in Dapper Drake große Bedeutung eingeräumt, sowohl was Hard- und Software als auch Kenntnisse angeht. Ebenso wichtig ist Einfachheit in seinen Augen. Während Dapper Drake sich besonders auf Stabilität konzentiert, wird die nächste Ubuntu-Version »Edgy Eft«, die gemäß dem strikten Sechs-Monats-Rhythmus Ende des Jahres erscheinen wird, viele neue Technologien aufnehmen.

Einen großen Teil der Keynote widmete Shuttleworth den Tools zur webbasierten Online-Zusammenarbeit, die Ubuntu entwickelt hat und die jetzt alle in Version 1.0 vorliegen. Es handelt sich um das Bugtracking-System Malone, das Fehler von Ubuntu mit den Bugtracking-Systemen der betreffenden Projekte abgleichen kann, das Übersetzungs-Werkzeug Rosetta, das dadurch, dass es in die Distribution eingebaut ist, jedem Benutzer das Beitragen von Übersetzungen ermöglicht, die Projektverwaltung BluePrint, in der sich auch Ideen und geplante Features sammeln lassen, und das Versionsverwaltungs-System Bazaar. Wie bei allen Ubuntu-Entwicklungen ist es ihm auch bei diesen wichtig, dass auch andere Distributionen davon profitieren können.

In einem Interview mit Pro-Linux, dessen Abschrift am Sonntagabend auf Pro-Linux bereitstehen wird, gab Shuttleworth weitere Auskünfte zu Ubuntu, zur GPLv3, zu Digital Rights Management (DRM) und anderen Themen.

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