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Mi, 24. Mai 2006, 14:42

Neues vom Kororaa-Projekt

Das Kororaa-Projekt hatte die Herausgabe seiner Live-CD vor einigen Tagen auf Grund der Beschwerde über eine angebliche illegale Vermengung von GPL- und proprietären Code eingestellt, jetzt hat das Projekt eine klärende Stellungnahme zu den Vorwürfen veröffentlicht.
Von ThomasS

In einer Mail wurde das Projekt beschuldigt, gegen den Absatz der GPL zu verstoßen, der das Linken gegen GPL-Code regelt. Der anonyme Poster forderte darin das Kororaa-Projekt auf, die proprietären Treiber aus der Live-CD herauszunehmen, da die gemeinsame Auslieferung mit GPL-Programmen gegen Absatz 2 der GPL verstoße. Da es zur angesprochenen Angelegenheit auch unter Juristen wie Entwicklern Unstimmigkeiten gibt, legte das Projekt vorläufig die Entwicklung der Live-CD auf Eis. Im Hinblick auf die geltenden Bestimmung der GPL geht Autor Christian Smart bei seiner Betrachtung davon aus, dass jedes Programm, das Quellcode aus GPL-Programmen verwendet, selbst unter die GPL gestellt werden muss. Darüber hinaus hat das Linken eines proprietären bzw. Nicht-GPL-Programms gegen ein GPL-Programm oder eine GPL-Bibliothek zur Folge, dass das Programm selbst unter die Bestimmung der GPL fällt. Sollten die proprietären ATI bzw. NVidia-Treiber gegen den Kernel gelinkt werden oder GPL-Code enthalten, dann würden sie als "abgeleitetes Werk" unter die GPL fallen.

Mit Bezug auf verschiedene Quellen buchstabiert die Stellungnahme verschiedene Szenarien durch, um die Frage zu klären: Enthalten ATI- bzw. NVidia-Treiber GPL-Code oder linken sie gegen den Linux-Kernel? Nach Informationen des Projekts enthalten die genannten Treiber weder GPL-Code noch linken sie direkt gegen den GPL-Kernel, daher liegt soweit kein Verstoß gegen die GPL vor. In der vertiefenden technischen Analyse der Arbeitsweise der Treiber wird festgestellt, dass die Treiber keine Bibliotheken des Kernels nutzen. Es findet lediglich ein Austausch von Informationen zwischen Treibern und Kernel über die dafür vorgesehenen Systemverzeichnisse statt. In diesem Zusammenhang ist daher davon auszugehen, dass jedes Nicht-GPL-Programm solche Informationen abfragen darf, ohne selbst unter die Bestimmungen der GPL zu fallen. Auch die Verwendung von öffentlichen Kernel-Schnittstellen rechtfertigt für das Projekt die bisherigen Anschuldigungen nicht, da dies von der Arbeitsweise eher mit dem Zugriff auf einen öffentlichen Webserver zu vergleichen ist. Der Zugriff auf eine öffentliche Schnittstelle ist nicht als Linken einzustufen, stellt Smart fest. Da die Treiber nach dieser Betrachtungsweise nicht als abgeleitete Werke einzustufen sind, ist die Bündelung von GPL-Programmen mit proprietären Programmen auf einer Live-CD nur als bloße Ansammlung einzustufen.

In seinem Fazit räumt Autor Chris Smart ein, dass er mit dem Aufnehmen von proprietären Treibern in die Live-CD selbst unzufrieden ist, allerdings im Augenblick zu dieser Praxis keine Alternativen sieht. Die vorgetragene Argumentation ist nach seiner Ansicht auch nicht rechtlich wasserdicht, da er kein Rechtsexperte sei. Im Hinblick auf das weitere Vorgehen hat das Projekt entschieden, dass es vorerst keine Version 0.3 geben wird. Allerdings wird das Projekt den Vertrieb der Version 0.2 in bisheriger Form weiterführen. Zahlreiche Anregungen, die eine Entbündelung der Treiber von der Live-CD vorschlugen, scheinen vorerst nicht in Erwägung gezogen zu werden. Der Grund dafür ist in der Notwendigkeit zu sehen, dass Nutzer der Live-CD einen Internetzugang bräuchten und die technische Realisierung einer nachträglichen Installation der Treiber schwierig ist. Smart appelliert an alle Interessenten, ihn auf mögliche Schwachpunkte in seinem Gedankengang aufmerksam zu machen.

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Kommentare (Insgesamt: 34 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: GPL Fanatiker (G. W., Do, 25. Mai 2006)
Re: GPL Fanatiker (BSD-Hater, Do, 25. Mai 2006)
Falsch (H-Milch, Do, 25. Mai 2006)
Re[3]: GPL Fanatiker (clausi, Do, 25. Mai 2006)
Re[2]: GPL Fanatiker (Jochen, Do, 25. Mai 2006)
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