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Mi, 31. Mai 2006, 14:00

Software::Kernel

Virtualisierung im Linux-Kernel

Andrew Morton hat in die von ihm betreuten experimentellen Kernel-Quellen einen neuen Patch von Serge Hallyn aufgenommen, der eine einheitliche Architektur für Virtualisierung im Kernel schaffen soll.

Virtualisierung gehört zweifelsohne zu den am häufigsten gehörten Schlagwörtern der letzten Zeit. So einfach das Wort gewählt wurde, so schwierig stellt sich die Definition der Virtualisierung dar. Gleich mehrere Konzepte und Technologien im Bereich der Hardware und Software verwenden diesen Begriff. Die wichtigsten Konzepte sind dabei Virtuelle Maschinen-Monitore (VMM) wie VMware Workstation und Microsoft Virtual Server R2, Paravirtualisierung wie Xen und native Virtualisierung wie Microsoft Virtual PC. Was bleibt, ist eine verstreute Basis, auch im Open-Source-Bereich.

Einen Versuch einer einheitlichen Architektur für Virtualisierung im Kernel stellte bereits Mitte Mai Serge E. Hallyn vor. Mit einem mehrteiligen Patchset läutete der Kernel-Hacker die Anfänge einer einheitlichen Basis für konkurrierende Virtualisierungsprojekte unter Linux ein. Die Lösung kann laut Hallyn gleich von mehreren Projekten benutzt werden. Unter anderem openvz und Linux-VServer sollen von der Erweiterung profitieren. Weitere Änderungen sollen kommen, sobald die volle Funktionalität der Namespaces im Kernel verfügbar ist.

Andrew Morton zeigte sich von der Lösung durchaus angetan und schlug zugleich vor, weitere Überlegungen über eine einheitliche Architektur anzustellen. Seine erste Anregung war, eine Liste der benötigten Funktionen zu erstellen und benötigte Funktionalität gleich in eine Architektur zu portieren. Sobald sie einen stabilen Status erreicht hat, sollte sie dann in den Hauptkernel einfließen.

Auch der Entwickler von OpenVZ, Andrey Savochkin, zeigte sich von der Idee angetan. Er begrüße die Architektur und schlug zugleich die Erstellung einer einheitlichen Schnittstelle für Netzwerkcontainer vor. Laut Savochkin würde solch ein Vorhaben die Möglichkeit der Virtualisierung eines »nicht trivialen Systems« in der Praxis unter Beweis stellen. Später könnten die Entwickler auch andere Subsysteme wie das Proc-Dateisystem in Angriff nehmen.

Wie alle Beteiligten feststellen mussten, ist es allerdings noch ein langer Weg, bis Linux eine einheitliche Architektur für Virtualisierung im Kernel erhalten wird. Der erste Schritt sei aber bereits getan. Morton nahm die Änderungen von Hallyn in seinen experimentellen Kernelzweig auf.

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