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Do, 8. Juni 2006, 09:54

Software::Distributionen::Debian

Debian streitet über Aufnahme von Sun Java

Die Aufnahme von Sun Java in die nächste Version von Debian, die durch eine Lockerung der Lizenzbestimmungen von Sun möglich geworden war, bleibt weiter umstritten.

Einige Debian-Entwickler sehen in der Aufnahme von Sun Java in die nächste Version der Distribution ein Problem. Nachdem Sun die Lizenzbestimmungen gelockert hatte, hatten die Debian-FTP-Master das Java-Paket in die Distribution aufgenommen. Auch wenn es weitergehende Pläne zur Öffnung von Java gibt, ist Suns Java-SDK derzeit keine freie Software und wird daher auch nur in die non-free-Sektion von Debian aufgenommen. Die main-Sektion von Debian ist ausschließlich freier Software vorbehalten.

Vorwürfe diverser Entwickler auf der Entwicklungs-Mailingliste von Debian sind unter anderem, dass die Aufnahme verfrüht war. Sollte sich herausstellen, dass man die Pakete wieder entfernen müsse, wäre das schlechte PR für Debian, auch wenn es zur Zeit nur die in Entwicklung befindliche Version »Etch« der Distribution betrifft. Debian-Projektleiter (DPL) Anthony Towns dagegen erklärte, dass für ihn und die FTP-Master die Sun-Lizenz akzeptabel für die Aufnahme in »non-free« seien. Zwar sei freie Software für Debian wichtig, aber unfreie Software, die die Benutzer wollen, dürfe nicht ignoriert werden. Einzelne Diskussionsteilnehmer - laut Towns nicht in näherer Beziehung zu Debian stehend - wittern eine Verschwörung von DPL und FTP-Mastern. Andere sind der Ansicht, dass die Stimmen der Entwickler ignoriert würden.

John Goerzen, Präsident von Software in the Public Interest, Debians Dachorganisation, schaltete sich in die Diskussion ein: »Zustimmung zu einer Lizenz, die SPI verpflichtet, Sun unter bestimmten Umständen von rechtlichen Risiken freizustellen, hätte nicht ohne Konsultation des SPI-Vorstandes und des Anwalts von SPI passieren sollen«.

Dies wiederum erzürnte Anthony Towns, der in der Java-Frage ohnehin bereits einen verärgerten Eindruck machte: »Wenn SPI seine Beziehung mit Debian beenden will, dann lässt sich das einrichten.« Er spricht SPI das Recht ab, sich einzumischen, da es nicht für die Leitung von Debian zuständig sei.

John Goerzen erklärt in einer Antwort, dass er gar nicht offiziell für SPI gesprochen habe, sondern seine private Meinung äußerte. Sein Wunsch sei lediglich, dass die Debian-FTP-Master vor weitreichenden Entscheidungen SPI informieren, so dass der Anwalt von SPI eine Einschätzung der rechtlichen Konsequenzen abgeben kann. Towns besteht jedoch darauf, dass Debian in Lizenzfragen nicht gezwungen sei, SPI zu konsultieren, und verweist auf Lizenzen, die ähnliche Passagen enthalten, wie die von X.org und OpenOffice.org.

Die Diskussion scheint nun abzuflauen, möglicherweise infolge einer Klarstellung von Sun zur »Distributor License for Java« (DLJ).

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Kommentare (Insgesamt: 23 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Wie ein kleiner Diktator (tester, Fr, 8. September 2006)
Re[2]: OpenOffice (OOo, Fr, 9. Juni 2006)
Re: Gute Entscheidung (Banana Republic, Fr, 9. Juni 2006)
Re: Quo vadis Debain? (gerd, Fr, 9. Juni 2006)
Re: OpenOffice (gl, Do, 8. Juni 2006)
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