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Fr, 30. Juni 2006, 12:49

Software::Kernel

devfs aus dem Linux-Kernel entfernt

Die nächste Version des Linux-Kernels wird ohne das obsolete und längst nicht mehr gewartete »Device Filesystem« (devfs) kommen.

Jahrelang hatte sich Greg Kroah-Hartman darum bemüht, devfs aus dem Kernel zu entfernen. Anfänglich gab es jedoch noch Vorbehalte gegen die Alternativlösung udev. Außerdem lautete eine Maxime der Kernel-Entwickler, dass ein Subsystem, das einige Anwender noch nutzen wollen, nach Möglichkeit im Kernel verbleiben sollte. Da devfs von einigen Distributoren eingesetzt wurde, war diese Benutzung zumindest anfänglich noch gegeben.

Nun wurde der neueste Patch von Hartman, der devfs den Gnadenschuss verpasst, endlich akzeptiert, und devfs ist damit Geschichte. Seit längerem war das Subsystem nicht mehr über die normalen Konfigurationsoptionen verfügbar und man darf nun davon ausgehen, dass es von niemandem mehr genutzt wird.

Devfs litt von Anfang an unter zahlreichen Fehlern. Es wurde nach heftigen Diskussionen in den Kernel aufgenommen in der Hoffnung, dass diese Fehler behoben werden könnten. Nach Ansicht von Hartman waren einige der Fehler aber prinzipiell nicht behebbar. Zudem zeigte sich der Entwickler des Systems unkooperativ bei der Behebung einiger Fehler. Vielen Entwicklern gefiel auch nicht, dass devfs sehr umfangreich war, tief in den Kernel eingriff und ein Großteil der Funktionalität besser außerhalb des Kernels implementiert werden konnte.

Eine Alternative musste also her und wurde vor über drei Jahren mit udev geschaffen. udev, das sich auf das Hotplug-Subsystem stützt, läuft als Daemon im Userspace, also außerhalb des Kernels, und hat sich inzwischen durchgesetzt. Eines der wenigen Features, die von manchen Benutzern vermisst werden, ist, dass udev keine Treibermodule beim Zugriff auf die entsprechende Device-Datei laden kann. Nach Ansicht der Kernel-Entwickler war dies aber ohnehin kein erwünschtes Feature. Treiber sollten als Reaktion auf ein Hotplug-Ereignis geladen werden, nicht bei Zugriffen auf Devices. Dies führt nun allerdings dazu, dass die meisten Treiber bereits beim Booten geladen werden. Das kann zu mehr Speicherbedarf führen, doch fällt dafür auch der Platzbedarf von devfs weg. Die wenigen Benutzer, für die der Speicherbedarf eine Rolle spielt, können ihr System immer noch individuell konfigurieren.

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