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So, 16. Juli 2006, 00:53

Software::Systemverwaltung

Voller NTFS-Schreibzugriff für Linux mit ntfs-3g

Nicht in einem Jahr, wie kürzlich gemeldet, sondern bereits ab sofort steht Linux-Anwendern volle NTFS-Schreibunterstützung mit guter Geschwindigkeit zur Verfügung.

Noch vor wenigen Tagen hatte Anton Altaparmakov, der Hauptentwickler des Linux-NTFS-Dateisystems, angegeben, dass er daran arbeite, Schreibzugriffe auf NTFS zu implementieren. Diese Implementation sei aber erst in einem Jahr fertiggestellt.

Nun hat Szakacsits Szabolcs von der ungarischen Linux User Group die Wartezeit mit einer neuen Userspace-Implementation von NTFS drastisch verkürzt. Der neue Treiber ntfs-3g baut auf dem Linux-NTFS-Projekt auf und verwendet FUSE zur Implementation des Dateisystems im Userspace. ntfs-3g steht unter der GPL und kann in einer Betaversion heruntergeladen werden.

Nach Angaben des Autors wurde der Treiber intensiv getestet, läuft soweit getestet fehlerfrei und erreicht eine Geschwindigkeit, die die von XFS und ext3 auf dem Testsystem übertrifft. Dabei glaubt Szakacsits Szabolcs, dass sich die Geschwindigkeit noch um ein Mehrfaches steigern lasse.

Der Treiber ist noch nicht ganz vollständig. In seltenen Fällen kann das Anlegen oder Löschen einer Datei scheitern. Es gibt noch kleinere Probleme mit den verwendeten Zeichensätzen. Ferner ist die Behandlung von Eigentümern und Zugriffsrechten auf Dateien noch nicht implementiert. Workarounds für diese Probleme werden bereitgestellt.

Anton Altaparmakov hat den Treiber bereits kurz begutachtet und ist beeindruckt. Er merkt aber an, dass der Treiber ein korruptes Dateisystem hinterlassen könnte, wenn in einer Operation der Festplattenplatz vollständig verbraucht wird. Szakacsits Szabolcs will das Problem beheben, glaubt aber, dass chkdsk ein betroffenes Dateisystem wieder herstellen kann. Der Treiber kann laut Altaparmakov auch nicht in den Kernel eingebaut werden, da er Rekursionen und andere Konstrukte verwendet, die für den Kernel ungeeignet sind. Doch der Autor hat ohnehin nicht das Ziel, den Treiber in den Kernel zu integrieren. Es sei unnötig, so umfangreichen Code in den Kernel zu integrieren, wenn man im Userspace nahezu die gleiche Performance erreichen könne.

Eine weitere Limitation des Treibers ist, dass er nur mit 32-Bit-Systemen mit Little-Endian-Byteanordnung funktioniert. Laut Anton Altaparmakov soll sich diese Limitierung recht einfach beseitigen lassen. Sobald dies behoben ist, könnte der Treiber Teil der NTFS-Programmsammlung ntfsprogs werden.

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