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Fr, 21. Juli 2006, 13:17

Unternehmen

SCO: Wer sucht, der findet (nicht)

Nachdem SCO keine Beweise für den angeblichen Code-Diebstahl vorlegen konnte, wirft das Unternehmen nun IBM vor, Beweismittel vernichtet zu haben.

Mit Linux ist es nicht gut bestellt, glaubt man den früheren Aussagen SCOs. Nimmermüde ließ das medienerprobte Unternehmen verbreiten, dass SCO nun das offene Betriebssystem vollständig besiegen will. Vor allem der CEO des Unternehmens, DarlMcBride, hob ständig die Qualität des eigenen Unix-Systems hervor, das nach seiner Meinung in jeder Hinsicht Linux überlegen sei. Linux basiere auf gestohlenen Technologien, so SCO, auch wenn man keinen Beweis zeigen wollte oder konnte. Nun wurde SCO allerdings zum wiederholten Male etwas gestohlen.

Dem Unternehmen, das seit geraumer Zeit gegen Firmen vorgeht, die sich mit Linux-Software beschäftigen, wurde nun der bereits gestohlene Code noch einmal entwendet. Wie die Untersuchungsrichterin Brooke C. Wells in ihrem abschließenden Bericht zur Voruntersuchung im Streit zwischen SCO und IBM feststellte, hat die SCO Group keinen stichhaltigen Beweis für den Code-Diebstahl vorlegen können. SCO warf danach der Richterin vor, verworren reagiert zu haben. Sie hat sich weder mit der Frage des Vertragsbruches durch IBM noch mit der Frage der Copyright-Verletzung beschäftigt.

Für Brent Hatch, Anwalt der SCO Group, ist die Beweislage allerdings klar. Wie er gegenüber der Zeitschrift Forbes sagte, hat IBM die fraglichen Stellen im Code einfach gelöscht. Gestohlen, sozusagen. Laut Hatch hat Big Blue alle Beweise getilgt, bevor das Unternehmen den gewünschten Code von Dynix und AIX an SCO übermittelt habe. Hatch bezieht sich dabei auf eine angebliche Aussage eines IBM-Programmierers, der erklärt habe, dass unmittelbar nach Bekanntgabe des Streits die Programmierer angewiesen wurden, einige Versionen zu löschen. Warum der Anwalt allerdings erst jetzt seinen Vorwurf erhebt und nicht schon früher, erklärt er mit der Tatsache, dass die Löschung erst jetzt relevant werde.

Der neue Vorwurf einer Beweismittelvernichtung könnte den Streit weiter verschleppen und eine Revision der gesamten Voruntersuchung nach sich ziehen. Ob dafür eine einzelne Aussage eines Mitarbeiters ausreicht, ist indes fraglich. IBM wollte sich gegenüber Forbes zu den neuen Vorwürfen nicht äußern.

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