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Thema: Sollte Debian die unfreien Repositorien aufgeben?

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Von Micha244 am Di, 17. Juli 2012 um 22:18 #

Wirklich?
Und selbst wenn mehr Leute Ubuntu als Debian auf dem Server nutzen sollten (wo wäre übrigens xbuntu ohne Debian?) - hier geht es um Prinzipien, ohne die freie Software gar nicht existieren würde. Und die Verfechter derselben als "Spinner" oder "Extremisten" abzutun geht meilenweit daneben.

Bitte nicht vergessen: Wenn es diese Organisationen wie die FSF, die Einzekämpfer wie Stallmann oder sogar Unternehmen wie das Flagschiff Redhat nicht geben würde, hätten uns Apple & Co. schon längst an der kurzen Leine des reinen Kommerz. Noch ist es freiwillig, diesen "Sekten" beizutreten *SCNR*

Es wird doch niemand gezwungen, Debian zu benutzen, der Linux will.
Immerhin ist Debian aber ein verlässliche Basis für zahlreiche Ableger.

Was die Anhänger des "pragmatischen Denkens" auch gern vergessen, ist die Tatsache, dass sich die Hard- und Softwareindustrie sehr gern aus der freien Software bedienen und dann damit Geschäfte machen und dabei oft genug gegen die Regeln, sprich Lizenzbedingungen, verstossen. Bekanntlich kann man auch kaum prüfen, in wieviel kommerzieller Software z.B. geklauter GPL Code steckt (umgekehrt ginge sowas schon).

Im Übrigen hält auch Redhat seine Distribution im Grundzustand von unfreier Software sauber.
Trotzdem laufen die Geschäfte hervorragend.

Denn erstens kümmert sich auch RH darum, dass relevante Hardware unter Linux läuft und andererseits verbieten sie es nicht, Fremdrepos einzubinden oder fremde Pakete zu installieren (nur Support wird dafür logischerweise nicht geleistet).
Abgesehen davon gibt es die beliebten Ableger von RHEL, die ebenfalls im Auslieferungszustand nur aus freier Software bestehen und trotzdem sehr erfolgreich sind.

Also wo ist das Problem??

Verglichen z.B. mit MS Windows bekommt der Linux-Anwender auch mit einer "spartanischen" Distribution immer noch eine MENGE Software und Möglichkeiten frei Haus - Büropakete, Internetprogramme, Server aller Art(!), Grafik- und Multimediaprogramme [zugegeben hier muss man nachrüsten, Softwarepatenten etc. sei Dank], Funktionen/Tools für alle Gebiete bis zur Forensik/Datenrettung auch f. Fremdsysteme, Interaktion mit vielen fremden Protokollen, Formaten und Datenstrukturen wie CIFS, Fremdpartitionen, vielen Dateisystemen, Kommunikationsprotokollen...., Monitoringlösungen, vielfältige Möglichkeiten f. Logging, Systemverwaltung, Auswertung, Softwareentwicklung, Gefahrenerkennung und -abwehr, Virtualisierungs- und Containerlösungen etc. etc.- Uff, so schlecht ist also ein pures Debian ... ;-)

Dinge, die ein Windowser erst aus allen möglichen Quellen zusammensuchen (und deren Seriösität - sprich Schadcodefreiheit - dieser sinnvollerweise prüfen sollte...) um sie dann jeweils separat aktuell halten zu müssen.
Oder er greift in die Brieftasche (das kann übrigens auch ein Linuxbenutzer, denn es gibt auch jede Menge gute kommerzielle Software für Linux).

Wie furchtbar unbequem ist es da doch, unter Linux 1,2 Zusatzreposioiries einbinden zu müssen, wenn etwas fehlt. Oder sich das Paket separat zu holen, wenn man die Abhängkeiten selbst auflösen kann oder gar etwas selbst auszupacken oder noch schlimmer zu kompilieren -- was bei vielen Programmen aber seit längerem dank autoconf/automake etc. sogar ein etwas fortgeschrittener Normalanwender hinbekommt - mal gar nicht zu reden von der umfangreichen Hilfe im Web.

Ich benutze übrigens u.a. Linux Mint Debian Edition (Rolling Release), Fedora und den Redhat-Ableger Scientific Linux.

Danke an die Entwickler, Helfer und Aktivisten.

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