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Thema: Verfolgt Gnome den richtigen Weg?

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von fork am Sa, 11. August 2012 um 14:37 #

> Das sind keine Ausreden, das sind Tatsachen.

Ok. Ich glaube meine Verwendung des Wortes Ausreden scheint hier zu stören.

Ich bin der Meinung, dass man damit beginnen sollte, tiefgreifend die technische Infrastruktur und Frameworks anschauen und zu verbessern. Das ist alles andere als leicht. Wer sich mit dem erwähnten Beispiel Boot-to-Qt-in-1-second näher vertraut gemacht hat, sieht hier ein Beispiel: Ein Programmierer hat sich den ganzen Bootprozess detailliert angeschaut, d. h. Zeiten gemessen und überall wo es nötig war Korrekturen geschrieben.

Und einer der Problembereiche die dort z. B. sichtbar wurden, dass z. B. in allen Treibern in der Initialisierung relative großzügig mit Zeit umgegangen wird. Hier mal 50ms, dort mal 200ms. Das scheint für jeden einzelnen Fall vielleicht echt wenig. Doch insgesamt macht das dann schon recht viele Sekunden aus.

Ich habe z. B. auch das Gefühl, dass die GUI-Toolkits da viel Verbesserung erfahren könnten, wenn ich beobachte wie lange es dauert, bis Anwendungen gestartet werden.

Und noch ein Wort zum Thema Ausrede. Damit meine ich, dass es leichter ist, das zu machen, was einfach und gemäß der beschlossenen Strategie der nächste konsequente Schritt ist. Doch nicht das leichte sondern das richtige bringt richtigen Fortschritt.

Das kenne ich auch deswegen so genau, weil ich auch selber so ein fauler Sack bin. :) Auch in der Programmierung habe ich dann erstmal gesagt: "Das geht nicht" und später feststellen müssen: Es geht doch. Da gibt es Wege, auch wenn Sie nicht offensichtlich und einfach sind.

Meine Meinung ist auch, dass Linux und die meisten linuxbasierten Desktops insgesamt so viel Ballast und Bloat mit sich herumschleppen, dass der Zeitpunkt näher rückt, an dem sich irgend einer mal hinsetzt und wieder einmal alles neu macht und zeigt wie schnell es doch geht. Wahrscheinlich genau so, wie Linux auch einmal angefangen hat. Weil: Neuschreiben ist einfacher als ein komplexes System zu optimieren.

So, soviel für mein Wort zum Sonntag.

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert. Zuletzt am 11. Aug 2012 um 14:51.
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    Von zettberlin am So, 12. August 2012 um 18:10 #

    >> Das sind keine Ausreden, das sind Tatsachen.

    >Ok. Ich glaube meine Verwendung des Wortes Ausreden scheint hier zu stören.

    Ja, genau: es ist nur das Wort. "Ausrede" erscheint mir etwas zu polemisch.

    Im Prinzip hast Du Recht. Viele der heute tatsächlich geforderten komplexen Funktionen werden ohne gute Planung und ohne ausreichenden Blick auf den Gesamtzusammenhang umgesetzt.

    Was heute irgendwie funktioniert ist meist beliebter als das, was nächste Woche richtig gut funktionieren würde.

    Hinzu kommen die Umständlichkeiten, die unvermeidlich sind, wenn man alten Code mitschleppt, statt neu zu schreiben.

    Insgesamt sehe ich aber "Bloat" *nicht* als das große Problem bei der Entwicklung von GNOME. Das große Problem ist konzeptioneller Natur: Es gibt zwar sicher einen meistens "besten" Weg, die Bedienung eines Geräts umzusetzen aber es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund:

    1.) sich einzubilden, man hätte diesen Weg gefunden
    2.) deshalb alle anderen Wege abzuschaffen

    Wie verheerend sich dieses Problem inzwischen auf GNOME auswirkt, kann jeder leicht testen:

    Stecke die linke Hand in die Hosentasche und versuche, wie gut und schnell man 5-6 alltägliche Standardoperationen mit nur einer Hand in GNOME ausführen kann. Viel Spass!

    Vergleichstests lassen sich zum Beispiel in XFCE und in KDE machen...

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      Von i.MX515 am So, 12. August 2012 um 18:39 #

      2.) deshalb alle anderen Wege abzuschaffen
      Darum geht es, und das traut sich selbst Microsoft mit Win8 nicht(und die dürfen sich viel erlauben als Desktop-Monopolist, im Gegensatz zu Gnome), auch wenn sie es gerne machen würden - nicht umsonst wird der übliche Desktop versteckt und dieses Kachelmonster steht immer zuerst im Vordergrund(weil sie durchsetzen wollen das vom Smartphone bis zum Desktop ihr UI (Kacheln) dasein soll).

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