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Do, 15. Dezember 2011, 15:00

OpenSuse 12.1

Btrfs und Snapper

Btrfs ist seit einiger Zeit als produktiv einsetzbar deklariert und wird als der kommende Standard unter Linux gehandelt. Bereits seit der Kernelversion 2.6.31 finden dem entsprechend keine Änderungen der Disk-Struktur statt, die die Kompatibilität beeinträchtigen könnten. Gegenüber traditionelleren Dateisystemen bietet Btrfs zusätzliche Möglichkeiten, wie Unterstützung von Untervolumes, Schnappschüsse, Kompression und RAID. Die Neuentwicklung gilt deshalb als eines der Dateisysteme der Zukunft und will ZFS von Oracle mindestens ebenbürtig sein.

Snapper: Yast-Modul für die Snapshotfunktionen von Btrfs

Mirko Lindner

Snapper: Yast-Modul für die Snapshotfunktionen von Btrfs

Der Nachteil des Systems aus heutiger Sicht stellt die fehlene Unterstützung durch Tools dar. Vor allem der nicht ausreichend umgesetzte Check des Dateisystems mittels eines eigenen Checkers (btrfsck) gilt für die meisten Distributionen als Stopper bei einem Einsatz als Standardsystem. Anwender, die Btrfs in produktiven Systemen einsetzen wollen, sollten sich deshalb im Klaren sein, dass im Falle eines Dateisystemfehlers, der aus unterschiedlichsten Gründen passieren könnte, sie ihre Daten unter Umständen nicht mehr retten können.

Was Btrfs allerdings jetzt schon zu leisten vermag, stellt OpenSuse auf eine beeindruckende Art und Weise vor. So haben die Entwickler eigens für das Dateisystem ein Tool geschrieben, das einen Zugriff auf die Snapshot-Funktionen von Btrfs bietet. »Snapper«, so der Name des Tools, bietet zahlreiche Funktionen, die für die Erstellung, Manipulation oder Löschung von Snapshots genutzt werden können. Über ein das entsprechende Yast-Modul »yast2-snapper« können die Unterschiede zwischen zwei verschiedenen Snapshot-Versionen dargestellt und notfalls wieder auf der Dateisystemebene wieder rückgängig gemacht werden.

Snapshots des Systems erstellt OpenSuse zeitgesteuert mittels Cron, oder durch die Nutzung eines ebenfalls neuen Plugins für Zypper. So führt jede Aktualisierung des Systems, in die auch Zypper involviert war, automatisch zu einem Snapshot. Alternativ können Snapshots auch manuell mit dem Aufruf von »snapper create« initiiert werden. Leider unterstützt das Yast-Modul noch nicht die manuelle Erstellung von Snapshots. Ferner ist es auch noch nicht möglich, einzelne Snapsots in Yast zu löschen.

Systemtools

Das zentrale Tool für alle möglichen Einstellungen ist immer noch Yast. Egal, ob es um die fortgeschrittene Installation von Software geht, die Einrichtung von Hardware oder die Systemverwaltung, an Yast führt kein Weg vorbei. Das Tool wurde gegenüber der letzten Version leicht im Aussehen verändert. So erscheinen alle Buttons der Helfer in einem Grünton, genauso wie alle Listenmarkierungen.

Das von Novell gekaufte und protegierte App Armor wurde aus der Standardinstallation entfernt, findet sich allerdings immer noch auf dem Installationsmedium als Zusatzinstallation. Dementsprechend findet sich auch unter Yast kein Konfigurationspunkt mehr. Darüber hinaus erfuhr Yast zahlreiche kleinere Korrekturen und Anpassungen. Auch WebYaST wurde weiter ausgebaut. Es beinhaltet mittlerweile mehr Module und wurde in der Bedienung vereinfacht.

Das Verwaltungswerkzeug in der Ausführung für KDE/Qt, ...

Mirko Lindner

Das Verwaltungswerkzeug in der Ausführung für KDE/Qt, ...

und Gnome/Gtk+ vermag viele Aufgaben automatisch zu erledigen

Mirko Lindner

und Gnome/Gtk+ vermag viele Aufgaben automatisch zu erledigen

Hier die Paketauswahl unter Yast (Qt-Variante)

Mirko Lindner

Hier die Paketauswahl unter Yast (Qt-Variante)

Eine Reihe von Änderungen erfuhr auch der Paketmanager zypper. Unter anderem überarbeiteten die Entwickler die Aktualisierungsprozedur des Kernels. So bietet das Tool die Möglichkeit, bei einem Kernel-Update die alte Version erst nach einem erfolgreichen Neustart des Systems zu löschen. Als Grund nennen die Programmierer, dass ein Update des Unterbaus immer diverse Risiken mit sich birgt und man dadurch dem Anwender die Möglichkeit geben will, notfalls auf einen funktionsfähigen Kernel zurückgreifen zu können. Um die Funktion allerdings nutzen zu können, bedarf es im Moment noch eines manuellen Eingriffs. Eine Beschreibung der Prozedur liefert eine Anleitung auf der Seite des Projektes.

Mit Sax3 feiert nun ein alter Bekannter eine Wiedergeburt. Mit der Umstellung der Konfiguration des X-Servers verlor auch Sax2 seine Daseinsberechtigung. Die im Zuge des Google Summer of Code entstandene Neuentwicklung bietet nun viele der bekannten Funktionen von Sax an. Sie lässt sich sowohl in der grafischen Oberfläche, wie aber auch mittels Ncurses in der Konsole betreiben. Zu den Funktionen des neuen Tools gehören unter anderem die Konfiguration des Monitors, der Tastatur, der Maus und des Touchpads durchführen, auch wenn eine Notwendigkeit der Konfiguration nicht wirklich vorhanden sein dürfte.

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