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Mi, 3. Januar 2018, 11:58

Software::Distributionen

Linspire mit Version 7.0 zurück

Nach über zehn Jahren wurden Linspire und ihr freier Ableger Freespire wiederbelebt und in neuen Versionen veröffentlicht. Aktueller Eigentümer der Distributionen ist die US-Firma PC/Opensystems LLC, die mit Linspire ihren potentiellen Kundenstamm erweitert.

PC/Opensystems LLC

Linspire ist eine Distribution mit einer wechselvollen Geschichte. Sie war sowohl umstritten als auch richtungsweisend. So wurde sie wegen ihrer Ausrichtung auf Anfänger und der Mitlieferung von proprietären Komponenten kritisiert, war aber eine der ersten Distributionen, die vorinstalliert auf Rechnern in Elektronikmärkten angeboten wurden. Ihr ursprünglicher Name Lindows führte zu einem Rechtsstreit mit Microsoft, das eine Verwechslungsgefahr mit seiner Marke »Windows« sah. 2004 kam es zu einer Einigung, in der sich Lindows den Namenswechsel zu Linspire mit 20 Millionen US-Dollar oder mehr vergolden ließ. Erst spät, im Jahr 2006, kam Freespire als freie Variante von Linspire hinzu.

Doch ein langes Leben blieb Linspire und Freespire nicht beschieden. Linspire wurde an Xandros verkauft, das bereits eine eigene Debian-basierte Distribution im Programm hatte, und das führte 2008 zur Einstellung von Linspire und Freespire. Die Freespire-Webseite existiert zwar noch, wurde aber seit 2008 nicht mehr aktualisiert und sollte entsprechend genausowenig genutzt werden wie die damals veröffentlichte Version 2 von Freespire.

Nachdem Xandros 2011 selbst spurlos verschwand, ist die Überraschung nun groß, dass Linspire und Freespire jetzt wieder existieren. Das US-Unternehmen PC/Opensystems LLC hat die neue Version 7.0 von Linspire und Version 3.0 von Freespire vorgestellt, nachdem es im Dezember bereits erste Ankündigungen im Blog des Unternehmens gab. Wie PC/Opensystems im FAQ schreibt, hat es die Rechte an Linspire und Freespire von Bridgeways.ca übernommen, einer Firma, die offenbar die Rechte von Xandros übernommen hat, aber inzwischen aufgelöst wurde.

Linspire und Freespire bauen in den neuen Versionen auf Ubuntu 16.04 LTS auf. Linspire ist eine kommerzielle Distribution, die für rund 80 US-Dollar erstanden werden kann. Sie verzichtet dafür auf jährliche Abonnements und garantiert Support bis zum Jahr 2025, was möglicherweise Aktualisierungen bis zum Lebensende von Ubuntu 20.04 LTS bedeutet. Freespire kommt mit Linux 4.10, Firefox 57, Geary als E-Mail-Programm, Ice SSB zum Erstellen von Webanwendungen, der Textverarbeitung Abiword, der Tabellenkalkulation Gnumeric, dem Medien-Player Parole, dem Grafikprogramm Pinta und Font Manager. Gegenüber dem freien Freespire enthält Linspire mehr vorinstallierte Software, 12 Monate Support und Rabatte auf Hardware-Käufe. Der vorinstallierte Desktop ist Xfce. Daneben gibt es die Varianten Linspire HPC für anspruchsvolle Anwender von CAD, grafikintensiven Anwendungen und Hochleistungsrechnern sowie Linspire Embedded für ältere, leistungsschwache Rechner.

Linspire war mutmaßlich der Vorreiter bei App-Stores. Mit seinem Click'n'Run-System stellte es Software online zur Verfügung, die mit wenigen Klicks installierbar war. Linspire hatte nach eigenen Angaben damit so gut verdient, dass der Dienst, der ursprünglich an ein Abonnement gekoppelt war, später kostenlos gemacht werden konnte. Click'n'Run dürfte nun allerdings Geschichte sein.

Linspire wird laut PC/Opensystems auch heute noch verbreitet eingesetzt, vor allem in den USA. Das US-Militär soll Linspire verbreitet einsetzen, ebenso verschiedene US-Behörden wie NOAA und der nationale Wetterdienst. Außerdem kommt es bei Polizeibehörden und in über 100 Schulsystemen in 50 Staaten sowie in Schulsystemen in Afrika zum Einsatz. Linspire ist laut dem Hersteller das einzige auf Debian und Ubuntu beruhende System, das für die Cloud-Technologien von Oracle und IBM zertifiziert ist.

PC/Opensystems LLC versteht sich als umfassender Lösungsanbieter, der neben Linux-Distributionen auch Software, Rechner der verschiedensten Kategorien mit vorinstalliertem Linux und Dienstleistungen anbietet. Die Distributionen beschränken sich inzwischen allerdings auf eine unterstützte Version von Black Lab Enterprise Linux und jetzt auch Linspire. Black Lab Enterprise Linux ist eine von der Gemeinschaft entwickelte Unternehmens-Distribution auf Basis von Ubuntu, die unabhängig von PC/Opensystems ist und sich eigenständig finanziert. PC/Opensystems hatte in früheren Jahren die Distribution PC/OS entwickelt und sich dann mit der Umbenennung in OS4 OpenLinux mit IBM angelegt, was in einer weiteren Umbenennung zu netOS resultierte. netOS wurde schließlich mit Black Lab Enterprise Linux verschmolzen.

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Kommentare (Insgesamt: 23 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[4]: Wenn ich sowas schon lese (Urmel, Mi, 11. April 2018)
Re: Ubuntu Klone (BB, Mi, 11. April 2018)
Re[3]: Wenn ich sowas schon lese (Janko Weber, So, 7. Januar 2018)
Re[2]: Ubuntu Klone (neuekiste300, Fr, 5. Januar 2018)
Re: Ubuntu Klone (Oiler der Borg, Fr, 5. Januar 2018)
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