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Di, 6. März 2018, 09:21

Software::Distributionen::Mandriva

OpenMandriva wechselt zurück zu RPM4

Knapp sieben Jahre nach dem Wechsel von RPM4 auf RPM5 kehrt OpenMandriva dem aktuellen Paketformat den Rücken. Wie die Verantwortlichen bekannt gaben, wird die freie Distribution wieder auf das Vorgängerformat aufbauen.

openmandriva.org

RPM Package Manager ist ein unter den Bedingungen der GPL stehendes Software-Paketverwaltungssystem. Es wurde ursprünglich von Red Hat entwickelt und mauserte sich im Laufe der Zeit zum Standard unter vielen Distributionen. Eingesetzt wird es unter anderem in allen Red Hat- und Suse-Produkten. Ausgerechnet aber das Paketverwaltungssystem, das die Basis einiger der populärsten Linux-Distributionen bildet, geriet immer wieder in unruhiges Fahrwasser. So war es beispielsweise in der Vergangenheit monatelang ohne offiziellen Betreuer und bis 2006 hatte faktisch jede Distribution ihren eigenen Fork erstellt. Eine gemeinsame Weiterentwicklung war nahezu zum Erliegen gekommen.

Auslöser der Fragmentierung war unter anderem der Hinauswurf des damaligen Hauptbetreuers von RPM, Jeff Johnson, der unter anderem durch den Bug 119185 dokumentiert wurde. Johnsons Einstellung zu Anwendern und seinem früheren Arbeitgeber Red Hat wurde als nicht gerade freundlich bezeichnet. Während Johnson allerdings weiter Patches in RPM integrierte, fand sich kein Distributor bereit, die neuen Versionen zu übernehmen. Kurzerhand erstellte Johnson mit RPM5 einen Fork des Projektes, auf den später der französische Distributor Mandriva aufsetze.

Knapp sieben Jahre später vollzieht die Distribution wieder einen Richtungswechsel und kehrt zu der alten Version des Paketformats zurück. Wie Tomasz Paweł Gajc im Forum des Projekts schreibt, wird die kommende Version der Distribution künftig wieder auf RPM4 aufbauen. Als Grund nennt Gajc unter anderem den Umstand, dass RPM4 weiterhin aktiv betreut wird und über eine bessere Auswahl an Werkzeugen für die Verwaltung und Pflege von Paketen und Repositorien verfügt. Mit DNF existiert zudem ein mächtiges Werkzeug, um RPM-Pakete besser verwalten zu können. Ein weiterer Grund ist aber auch die Pflege des Formats. »Weniger Bloat, kein hässlicher Code und keine Hacks«, schreibt Gajc.

Die kommende Version der Distribution, aber auch der aktuelle Cooker-Stand, werden demnach von urpmi Abschied nehmen und sollen künftig auf RPM4 und DNF aufsetzen. Eine Umstellung auf die neue Infrastruktur soll bereits im Gange sein. Der Cooker-Betreuer Neal Gompa und der OMLx-Entwickler Bero arbeiten darüber hinaus an einem Mechanismus, der einen problemlosen Umstieg von der aktuell stabilen Version 3.x auf Cooker/4.0 erlauben soll.

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