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Mi, 7. März 2018, 17:40

Software::Grafik

Vulkan 1.1 freigegeben

Zwei Jahre nach der Vorstellung der offenen 3D-Grafik-Schnittstelle Vulkan 1.0 steht jetzt die Spezifikation in Version 1.1 bereit. Gleichzeitig wurde die Implementation von Vulkan 1.1 in mehreren Grafiktreibern fertig.

Khronos Group

Bereits zwei Jahre ist es her, dass die Khronos Group die erste Version des OpenGL-Nachfolgers Vulkan vorstellte. Vulkan hat eine breite Unterstützung durch die Hersteller von Grafik-Hard- und -software hinter sich und wurde geschaffen, um diversen Mängeln von OpenGL abzuhelfen und der stark gestiegenen Leistung der Hardware Rechnung zu tragen.

Wie OpenGL ist Vulkan ein plattform- und herstellerunabhängiger Standard für 3D-Grafik, der eine offene Schnittstelle definiert. Vulkan soll den Zugriff auf die Grafik- und Hochleistungsberechnungs-Hardware moderner Rechner noch effizienter und besser steuerbar machen, den Treiber-Overhead minimieren und die Parallelität maximieren. Es ermöglicht, wo nötig, die direkte Kontrolle über die GPU. Die Treiber sollen einfacher sein als bei OpenGL und die Parallelinstallation mehrerer Treiber ist ebenfalls vorgesehen.

Wie oft bei grundlegenden Neuerungen dauert es Jahre, bis sie eine nennenswerte Verbreitung finden. Viele Benutzer dürften noch gar keinen Kontakt mit Vulkan gehabt haben, allerdings wird es von einigen der wichtigsten Grafiktreibern bereits implementiert und von einigen Anwendungen, darunter auch Spielen, genutzt. Jetzt hat die Khronos Group Vulkan 1.1 vorgestellt, das einige Neuerungen enthält sowie zahlreiche Erweiterungen von Vulkan 1.0, die sich bewährt haben, aufnimmt.

Für Vulkan 1.1 gibt es umfangreiche Konformitätstests, die von Khronos in Kürze als freie Software veröffentlicht werden sollen. Eine Reihe von Herstellern hat bereits zu Vulkan 1.1 konforme Treiber entwickelt, darunter AMD, Arm, Imagination, Intel, Nvidia und Qualcomm.

Neben verbesserten Entwicklerwerkzeugen bringt Vulkan 1.1 auch Subgroup-Operationen, die laut Khronos eine sehr effiziente gemeinsame Nutzung und Bearbeitung von Daten durch mehrere Tasks, die parallel auf einer GPU laufen, ermöglichen. Ferner enthält Vulkan 1.1 eine Schnittstelle zur digitalen Beschneidung der Rechte der Benutzer. Mit dieser sollen Anwendungen Multimedia-Inhalte darstellen können, auf die sie nicht direkt zugreifen und die sie nicht kopieren können.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Vulkan 1.0-Erweiterungen in die Spezifikation von Version 1.1 aufgenommen. Zu diesen gehören das gleichzeitige Darstellen von mehreren Bildansichten, die Nutzung mehrerer GPUs und API-Interoperabilität zwischen mehreren Prozessen für fortgeschrittene Rendering- und Compositing-Operationen. Die in Vulkan enthaltene Spezifikation SPIR-V wurde auf Version 1.3 aktualisiert. Diese definiert eine standardisierte Sprache für Shader, die Prozessorelemente von GPUs. Das freie Projekt SPIRV-Tools bietet Entwicklern erweiterte Möglichkeiten. Die Spezifikation von Vulkan 1.1, das SDK und weitere Ressourcen findet man auf der Vulkan-Webseite.

Die Khronos Group ist ein Industriekonsortium, in dem verschiedene Hersteller sich auf offene Standards einigen. Alle Khronos-Mitglieder können sich an der Entwicklung der spezifizierten Schnittstellen beteiligen und diese Spezifikationen später in ihrer Hardware unterstützen. Zu den von der Khronos Group verabschiedeten Standards zählen unter anderem OpenGL, OpenGL ES, WebGL, EGL, OpenCL, OpenMAX, OpenVG, OpenSL ES, OpenKODE und COLLADA.

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