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Mo, 8. April 2019, 09:43

Software::Distributionen::Debian

Debian diskutiert über ein Anwenderarchiv

Debian diskutiert, ob ein inoffizielles Anwenderarchiv dazu beitragen kann, interessante Software, die nicht mit den DFSG und den Debian Richtlinien kompatibel ist, verfügbar zu machen.

Software in the Public Interest

Auf der Debian-Entwicklerliste wird derzeit diskutiert, ob es sinnvoll und praktikabel sei, ein Anwenderarchiv wie das AUR von Arch Linux auch für Debian aufzubauen. Der Vorschlag stammt von Debian-Entwickler Mo Zhou, der in einem solchen inoffiziellen Repositorium einige Vorteile sieht.

Laut Zhou würde ein solches Repositorium dazu beitragen, die vielen Debian-Pakete und Skripte, die im Internet von mehr oder weniger kundigen Anwendern oder von Unternehmen auf diversen Webseiten vorgehalten werden, zu zentralisieren. Damit könnte nicht nur die Software selbst verbessert werden, sondern dieser Personenkreis näher an das offizielle Debian herangeführt werden.

Zudem würde ein Repositorium, das, wie bei AUR, nur die Rezepte zum Bau von Paketen beinhaltet und nicht die Quellen selbst, Debian-Entwicklern einige Vorteile bieten, wenn es darum geht, Software zu paketieren, die offiziell die Richtlinien von Debian nicht erfüllt. Ein solches Archiv würde es erlauben, auch lizenzrechtlich unklare Software zu paketieren, ohne vorher viel Arbeit in die Klärung dieser Lizenzen zu investieren. Steht ein Paket inoffiziell bereit und findet Interesse, kann bei Bedarf weiter an der Anpassung an die Richtlinien gearbeitet werden.

Zhou sieht neben sehr schwierig zu paketierender Software wie Tensorflow, an deren Paketierung er selbst arbeitet, auch nützliche Binär-Blobs wie etwa Nvidias »CUDA Deep Neural Network« (cuDNN) als Kandidaten für solch ein inoffizielles Archiv. Auch Pakete mit »schmutzigen Hacks« könnten hier ihren Einstieg in das Debian-Universum finden. Aber auch den umgekehrten Weg sieht Zhou als praktikabel. Pakete, die nur wenige Anwender finden oder deren Qualitätsstandards grenzwertig sind, könnten dorthin ausgelagert werden und so Entwickler entlasten. Würdige Kandidaten sollen auch den umgekehrten Weg nehmen können und zu offiziellen Debian-Weihen gelangen.

Ein solches Archiv könnte auch eine neue Anwendergemeinschaft initiieren, die bisher von den hohen Ansprüchen an Debian-Pakete eher abgeschreckt werden. Die Diskussion hat gerade begonnen, einige Entwickler gaben den Anstoß, ein praktisches Beispiel eines solchen Repositories könne die Absichten besser verdeutlichen als viele Worte. Zhou hat daraufhin einen ersten Entwurf eines solchen Archivs auf GitHub realisiert.

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