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Di, 14. Mai 2019, 11:47

Software::Distributionen::Arch Linux

Microsoft vertreibt unautorisiertes Arch Linux

Mit Arch Linux hat Microsoft eine weitere Linux-Distribution in den hauseigenen Software-Store aufgenommen. Pikanterweise handelt es sich dabei allerdings um eine nicht offiziell autorisierte Variante, die zudem noch externe, ungeprüfte Repositorien einbindet.

Arch Linux im Microsoft Store

Mirko Lindner

Arch Linux im Microsoft Store

Schon länger erlaubt der Redmonder Hersteller Microsoft mittels eines dedizierten Linux-Subsystems die Ausführung von Linux-Anwendungen unter Windows. Nachdem ursprünglich über den Sinn der Entwicklung spekuliert wurde, wiesen später alle Anzeichen darauf hin, dass Microsoft nativ Ubuntu unterstützen will und als integralen Bestandteil in Windows 10 einbinden möchte. Mit der Zeit erweiterte der Hersteller das Angebot und fügte dem Windows-Store weitere Distributionen hinzu.

Neben Ubuntu sind unter anderem auch Debian und OpenSuse direkt aus dem Store des Unternehmens installierbar. Ab sofort finden alle Interessenten zudem mit Arch Linux eine weitere populäre Distribution im Lieferumfang des Angebots. »WSL Arch Linux« erlaubt es Nutzern, das Terminal einzusetzen und in der Kommandozeile unter Bash mit den Standardwerkzeugen zu arbeiten. Weitere Anwendungen können zudem mit den regulären Arch Linux-Werkzeugen nachinstalliert werden. Ein grafischer Betrieb wird standardmäßig nicht installiert.

Im Gegensatz zu den bereits angebotenen Distributionen handelt sich bei »WSL Arch Linux« allerdings weder um ein offizielles Produkt von Arch Linux noch um eine autorisierte Abwandlung des Betriebssystems. Während die anderen im Microsoft Store angebotenen Distributionen durch die offiziellen Distributionsteams betreut werden, ist WSL Arch Linux eher ein privates Hobby-Projekt eines chinesischen Entwicklers. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das System in der Standardausführung Server einbindet, die nicht offiziell durch das Arch Linux-Team betreut werden.

Die Nutzung der Distribution ohne die Zustimmung von Arch Linux könnte deshalb durchaus problematisch sein. Wie Robin Broda von Arch Linux auf Twitter schreibt, verstößt das Unternehmen damit seiner Meinung nach gegen nicht nur gegen die Lizenzbestimmungen der Distribution, sondern auch gegen die eigenen Nutzungsbedingungen. Diese Schreiben unter anderem vor, dass alle Inhalte und die zugehörigen Metadaten entweder vom App-Anbieter erstellt worden müssen oder ordnungsgemäß von einem Drittanbieter als Rechteinhaber lizenziert sein sollen. Laut Broda scheint das wohl nicht der Fall zu sein.

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