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Do, 11. Juli 2019, 15:26

Software::Kernel

exFAT-Treiber bald im Linux-Kernel?

Die von Microsoft gehaltenen Softwarepatente waren bisher ein wichtiger Grund dafür, dass es keinen exFAT-Treiber im Linux-Kernel gibt. Doch jetzt kommt Bewegung in die Sache.

Larry Ewing

Vor nunmehr fast sechs Jahren hatte Samsung einen freien Linux-Treiber für das Microsoft-Dateisystem exFAT veröffentlicht. Dieser Aufsehen erregende Schritt erfolgte, nachdem ein unabhängiger Entwickler den Treiber im Quellcode von Android 3.0 fand. Der Treiber war von Samsung entwickelt worden, die Integration des Treibers in den GPL-lizenzierten Linux-Code stellte jedoch eine Lizenzverletzung dar, die Samsung durch die Freigabe des Treibers unter der GPL behob.

Eine Integration dieses Codes, der selbst vom Kernel-Code des FAT-Dateisystems abgeleitet wurde, in den offiziellen Linux-Kernel fand jedoch nicht statt. Der wesentliche Grund dafür war, dass Microsoft zahlreiche Softwarepatente auf exFAT angemeldet hat. So hat sich wohl in den letzten Jahren niemand um den Treiber gekümmert. Jetzt allerdings meldete sich ein Entwickler zu Wort, der den Treiber nach eigenen Angaben für den Kernel fit gemacht hat. Noch hat er allerdings den Code nicht auf der Mailingliste veröffentlicht.

Es bleibt ferner noch das Patentproblem. Zwar ist Microsoft im letzten Jahr dem Open Invention Network beigetreten und hat damit seine Patente beigetragen, die sich auf die vom Open Invention Network definierten Komponenten beziehen. Die exFAT-Patente sind darin allerdings nicht enthalten, denn exFAT ist ja nicht Teil von Linux, wie Theodore Ts'o anmerkt. Ts'o ist auch nicht darauf erpicht, dem Dateisystem durch eine Aufnahme in den Kernel mehr Anerkennung zu geben, was sicherlich viele Kernel-Entwickler genauso sehen.

Doch persönliche Meinungen stellen kein Hindernis für die Aufnahme des Treibers in den Kernel dar, wenn das Patentproblem gelöst werden kann. Und das scheint jetzt durchaus möglich zu sein, denn in die Diskussion wurde nun auch K.Y. Srinivasan von Microsoft eingebunden. Dieser erklärte, dass er eine interne Diskussion bei Microsoft zu dem Thema begonnen habe. Er werde sich bald mit Ergebnissen melden. Sollte Microsoft entscheiden, seine exFAT-Patente freizugeben, dann würde es genügen, wenn jemand von Microsoft den exFAT-Treiber in offizieller Form einreicht. Dann wären die Patente automatisch an die Linux-Gemeinschaft lizenziert. Man darf gespannt sein, zu welchem Ergebnis K.Y. Srinivasan bei Microsoft kommt.

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