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Do, 1. August 2019, 14:47

Software::Distributionen::Fedora

Initiative zur Verkleinerung von Fedora-Installationen gegründet

Das neu aus der Taufe gehobene Minimization Team will die Größe von Fedora-Installationen verringern. Besonderen Nachholbedarf sieht es bei Minimalinstallationen, die beispielsweise die Basis von Containern bilden.

fedoraproject.org

Adam Samalik hat auf der Fedora-Entwickler-Mailingliste eine neue Initiative vorgestellt. Sie will die Größe von Fedora-Installationen verringern, hauptsächlich durch die Verringerung von Paketabhängigkeiten und die Aufteilung von Paketen, wo möglich. Erste Ergebnisse sollen in Fedora 32, das voraussichtlich im Mai 2020 erscheinen wird, einfließen.

Die von Samalik, einem Software-Entwickler bei Red Hat, vorgestellte Initiative Fedora Minimization ist bereits in groben Zügen umrissen. Das Problem, das sie lösen will, ist, dass eine Fedora-Installation viele Pakete umfasst, die bei eingehender Analyse gar nicht nötig wären, sondern im Bedarfsfall auch später installiert werden könnten. Auf normalen Installationen fällt dies nicht besonders ins Gewicht. Betrachtet man jedoch Fälle, in denen die Installation minimal sein soll, beispielsweise bei Containern, so hat Fedora einen gewaltigen Rückstand. Es ist kaum möglich, unter 300 MB zu kommen, während andere Distributionen mit 91 bis 113 MB auskommen. Der Grund liegt in Paketabhängigkeiten, die nach Meinung von Samalik nicht nötig wären oder lediglich optional sein sollten.

Die Größe einer Fedora-Installation erhöht auch die Angriffsfläche, da Angreifer möglicherweise mehr Sicherheitslücken vorfinden können. Die Gegenmaßnahme sind zahlreiche Aktualisierungen, für viele Benutzer zu viele. Zudem sind Neustarts, die für einige Benutzer viel Aufwand darstellen, aktuell zu oft nötig.

Die Initiative setzt sich vier Ziele. Zuerst soll das Problem erkundet und genau verstanden werden. Dazu müssen die Abhängigkeiten zwischen den Paketen betrachtet und danach minimiert werden. Das soll letztlich zu kleineren Images und damit auch kleineren Containern, ISO-Dateien usw. führen. Die Abhängigkeiten ausgewählter Pakete sollen optimiert werden, was auch ihre Wartung einfacher macht. Das Projekt will außerdem den Teams, die für die Erstellung kleiner Images zuständig sind, Feedback und Daten liefern. Ferner sollen die Erkenntnisse veröffentlicht werden, auch um zu zeigen, dass sich Fedora um minimale, aber benutzbare Installationen kümmert.

Einer der Leitgedanken der Initiative ist es, dass die Minimierung nicht zum Selbstzweck werden darf, sondern ein Paket in jedem Fall sinnvoll nutzbar bleiben muss. Verkleinerungen werden durch das Verringern von Abhängigkeiten, die Aufspaltung von Paketen oder das Weglassen von Dokumentation erzielt. Es ist nicht geplant, Dateien nach der Installation zu löschen. Dateien, die nicht benötigt werden, sollen erst gar nicht ausgeliefert werden.

Die Initiative will so viele ihrer Tätigkeiten automatisieren, wie möglich, auch wenn das bedeutet, am Anfang erst einmal viel Zeit in Skripte zu investieren. Die Änderungen, insbesondere folgenreiche, sollen erst in einer separaten Infrastruktur getestet werden, bevor sie in Fedora übernommen werden. Der Zeitplan sieht vor, zunächst einige Monate auf die Analyse zu verwenden, im Herbst und Winter Änderungen zu implementieren und zu testen und im Frühjahr 2020 erste Ergebnisse in Fedora 32 einzubringen.

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