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Fr, 25. Oktober 2019, 10:27

Software::Grafik

Zink kurz vor der Integration in Mesa

Zink, die OpenGL-Implementation über der Vulkan-Schnittstelle, hat auch im letzten Vierteljahr einige Fortschritte gemacht. Vorbereitende Änderungen wurden bereits in die OpenGL-Bibliothek Mesa übernommen, der eigentliche Treiber soll bald folgen.

Blender unter Verwendung der Zink-Bibliothek

Erik Faye-Lund

Blender unter Verwendung der Zink-Bibliothek

Erik Faye-Lund hatte vor fast einem Jahr das Projekt Zink vorgestellt, das es jeder Anwendung, die OpenGL über Mesa nutzt, ermöglicht, mit Vulkan-Treibern zu laufen. Es macht die Hardware-Beschleunigung von Vulkan auch den Anwendungen zugänglich, die weiter die OpenGL-Schnittstelle aufrufen.

Vulkan ist ein plattform- und herstellerunabhängiger Standard für 3D-Grafik. Er ist der Nachfolger von OpenGL und soll den Zugriff auf die Grafik- und Hochleistungsberechnungs-Hardware moderner Rechner noch effizienter und besser steuerbar machen, den Treiber-Overhead minimieren und die Parallelität maximieren. Er ermöglicht, wo nötig, die direkte Kontrolle über die GPU. Die Treiber sollen einfacher sein als bei OpenGL und die Parallelinstallation mehrerer Treiber ist ebenfalls vorgesehen.

Einige der wichtigsten Grafiktreiber bieten jetzt sowohl die OpenGL- als auch die Vulkan-Schnittstelle an. Es gibt aber bereits neuere Treiber, die nur Vulkan anbieten, und die Möglichkeit besteht, dass OpenGL irgendwann auch aus den Treibern verschwinden wird, denn OpenGL wird sich nicht mehr wesentlich weiterentwickeln. Das wäre aber ein Problem für viele Anwendungen, die OpenGL nutzen. Diese auf Vulkan umzustellen, bedeutet jeweils einen erheblichen zeitlichen Aufwand.

Das Projekt Zink von Erik Faye-Lund verschafft diesen Anwendungen erst einmal eine längere Frist. Zink ist eine OpenGL-Implementation, die intern Vulkan nutzt. Die Implementation von Zink erfolgte als Gallium-Treiber in der OpenGL-Bibliothek Mesa. Allerdings ist diese Implementation bisher nur in Faye-Lunds eigener Version von Mesa zu finden. Wie der Entwickler jetzt berichtet, wird Zink aber bald auch in der offiziellen Mesa-Version zu finden sein. Die Vorarbeiten dazu, die aus generellen Verbesserungen in Mesa bestehen, wurden bereits übernommen. Es verbleibt noch der eigentliche Zink-Treiber, der aus 163 Commits besteht. Seine Aufnahme in Mesa dürfte binnen kurzer Zeit erfolgen.

Zur Zeit implementiert Zink nur den Funktionsumfang von OpenGL 2.1 und OpenGL ES 2.0. Auf eine Erweiterung verzichteten Faye-Lund und die weiteren Mitarbeiter zunächst, um Zink schnell in Mesa integriert zu bekommen. Nachdem dies vollzogen ist, soll es mit der Verbesserung und Funktionserweiterung von Zink weitergehen. OpenGL 3.x und 4.x sowie OpenGL ES 3.x stehen auf dem Plan, womit dann auch automatisierte Tests möglich werden, die bereits vorbereitet sind, aber aktuell noch nicht laufen können.

Faye-Lund stellte Zink auch in Vorträgen vor, zuletzt auf der XDC 2019, wo er auch seine Pläne zur Integration in Mesa präsentierte. Die inzwischen leicht überholten Vortragsunterlagen sind verfügbar (PDF).

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