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Mi, 6. November 2019, 14:44

Software::Entwicklung

Git 2.24 freigegeben

Die Git-Entwickler haben die freie verteilte Versionsverwaltung Git in Version 2.24 veröffentlicht. In dieser Version wurden wiederum zahlreiche Verbesserungen implementiert.

git-scm.com

Auch mehr als 14 Jahre nach der ursprünglichen Konzeption durch Linus Torvalds wird das verteilte Versionsverwaltungssystem Git immer noch verbessert und erweitert. Nun hat Junio C. Hamano, der seit Juli 2005 die Entwicklung koordiniert, die Version 2.24.0 von Git angekündigt. In Git 2.24.0 finden sich zahlreiche Verbesserungen und kleinere neue Funktionen. Aber auch an Fehlerkorrekturen, Aufräumarbeiten am Code und Verbesserungen der Dokumentation wurde gedacht. 78 Entwickler, von denen 21 erstmals in Erscheinung traten, steuerten 544 einzelne Änderungen gegenüber Version 2.23.0 bei.

Eine der größten Neuerungen in Git 2.24 sind die sogenannten Feature-Makros. Die Zahl der Optionen und Einstellmöglichkeiten von Git ist reichlich unübersichtlich geworden. Feature-Makros sehen selbst aus wie Optionen, stellen aber eine Zusammenfassung von diversen zusammengehörenden Optionen dar. Wenn man eine solche Option aktiviert, werden unter der Haube diverser andere Optionen so eingestellt, dass sie optimal darauf abgestimmt werden. Diese handverlesenen Features sollen den Benutzern die Einstellung von Git leichter machen. Aktiviert man beispielsweise das Feature-Makro feature.manyFiles, so werden diverse Einstellungen getätigt, die das Arbeiten mit großen Repositorien effizienter machen. Unter anderem wird automatisch die Option index.version auf 4 gesetzt. Außerdem werden bei einem Update auf die nächsten Git-Versionen automatisch neu hinzugekommene Optionen aktiviert, wenn sie zu diesem Feature gehören.

Die in Git 2.19 eingeführten Commit-Graphen wurden weiter verbessert und sind nun standardmäßig eingeschaltet. Der etwas in die Irre leitende Name steht für eine Art von Caching-Funktion, die das Durchlaufen der Commits massiv beschleunigt.

Auch das Git-Projekt hat jetzt Verhaltensregeln in Kraft gesetzt, dabei wurde der Contributor Covenant übernommen. In der Praxis soll dies keine nennenswerten Änderungen bedeuten, es soll aber Neuankömmlingen klar signalisieren, welche Verhaltensweisen unerwünscht sind.

Da die Namen von Zweigen im Repositorium fast frei wählbar sind, sind auch Namen möglich, die wie Optionen von Git aussehen. Um Git-Aufrufe, vor allem auch in Skripten, sicherer zu machen, gibt es nun eine neue Option --end-of-options. Alle Argumente, die nach dieser Option folgen, werden als Name und niemals als Option interpretiert. Da die Option --, die in anderen Programmen für diesen Zweck eingesetzt wird, in Git bereits zur Trennung von Namen und Dateien verwendet wird, musste eine neue Option geschaffen werden.

Das Ändern der Historie eines Repositoriums ist mit dem neuen Kommando git filter-repo möglich. Bisher wurde dafür git filter-branch verwendet, das aber diverse Nachteile aufweist. Es wird aber trotzdem noch für längere Zeit erhalten bleiben. Darüber hinaus gab es zahlreiche weitere Änderungen. So kann der Merge-Algorithmus jetzt auch in git rebase --rebase-merges angegeben werden. Ein neuer Hook ist pre-merge-commit, der Aktionen nach einem Merge vor dem nachfolgenden Commit ermöglicht. Verbesserungen gab es auch im Bereich der partiellen Clones, bei denen nicht das gesamte Repositorium kopiert wird.

Die weiteren Änderungen sowie Details zu den Änderungen kann man den Anmerkungen zur Veröffentlichung entnehmen. Das unter der GPL stehende Git ist im Quellcode auf github.com und als Binärpaket in mehr oder weniger aktuellen Versionen in vielen Distributionen verfügbar.

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